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6 Dinge mit denen du dafür sorgst, dass es mit dem Stillen nicht klappt

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Wusstest du, dass über 90% der frisch gebackenen Mütter ihre Babys nach der Geburt stillen? Und wusstest du auch, dass schon 2 Wochen nach der Geburt nur noch 60% der Mütter stillen?

Aber woran liegt das? Ist doch was dran, wenn es immer heißt: „es kann nun mal nicht jede Frau stillen?“

Ja und Nein. Ja es kann tatsächlich rein körperlich gesehen nicht jede Frau voll stillen. ABER: Das betrifft gerade mal 2% aller Frauen weltweit. In diesen Fällen wurde einfach nicht genug Brustdrüsengewebe angelegt.

Das heißt, dass 98% aller Frauen stillen können und zwar problem- und schmerzlos. Mit der richtigen Hilfe und dem richtigen Wissen.

90% aller stillenden Mütter geben dennoch an, schon in den ersten 3 Tagen mindestens ein Stillproblem gehabt zu haben. Das muss nicht sein. Mit der richtigen Vorbereitung.

Ich verrate dir heute, welche gravierenden Fehler dazu führen können, dass es mit dem Stillen nicht klappt.

Du sorgst nicht für genug Ruhe für dich und dein Baby

Eine Geburt kann eine wundervolle und wunderschöne Erfahrung sein, aber sie ist auch anstrengend. Du und dein Baby müsst euch erst einmal erholen und ausruhen.

Fast noch wichtiger ist aber: Da ist plötzliche ein zusätzliches kleines Menschlein in eurer Familie. Ihr seid plötzlich nicht mehr zu zweit, sondern müsst Rücksicht auf ein kleines, hilfloses Baby nehmen. Oder die großen Kinder haben ein Geschwisterchen bekommen, das jetzt beschnuppert werden will und für das die Großen, gerade am Anfang, auch mal zurück stecken müssen.

Egal wie eure Familienkonstellation aussieht, es braucht Zeit bis sich alle in ihre neue Rolle eingefunden haben.

Am Besten klappt das, wenn ihr so viel Ruhe wie möglich habt. Das heißt nicht, dass ich dir jeden Besuch verbieten will. So lange du und dein Baby euch wohl fühlt, ist es vollkommen in Ordnung Besuch zu empfangen.  Wenn dieser Besuch auch noch Essen mitbringt, für euch einkauft oder das ein oder andere bei euch zuhause kurz aufräumt: umso besser.

Vermeiden solltest du aber Besuch, der dir ungefragt dein Baby aus dem Arm reißt, dir ungebetene Ratschläge gibt, dir die schlimmsten Geschichten von wunden Brustwarzen erzählt und am Ende vielleicht sogar noch bekocht werden möchte.

Kurz: Jeder Besuch mit dem du dich unwohl fühlst ist zu vermeiden und das darfst du auch ganz klar so kommunizieren. Am Besten bereitest du Familie und Freunde schon vor der Geburt darauf vor, dass ihr erst mal ein paar Tage Ruhe wollt und euch meldet wenn ihr bereit für Besucher seid.

Du willst alles alleine schaffen

Dein Baby war 9 Monate in deinem Bauch, immer warm, immer satt, immer ganz nah an Mamas Herzen. Und plötzlich soll es in dieser neuen und völlig fremden, lauten, hellen Welt zurecht kommen. Klar, das wird es schaffen, aber was es dafür braucht bist du.Dein Baby braucht die ersten Wochen nach der Geburt nichts so sehr wie deine Nähe, den Duft deiner Haut und deinen Herzschlag, wenn es auf deiner Brust liegt.

Kein Problem, du bist im Wochenbett. Für dich und dein Baby wäre es das Beste, wenn du es so weit wie nur Möglich wörtlich nimmst und die ersten 6 bis 8 Wochen zum Großteil im Bett und auf dem Sofa verbringst.

In der Realität haben die meisten Mamas aber leider gar kein Wochenbett. Der Haushalt wartet, größere Kinder wollen versorgt werden und der Papa geht nicht selten gleich nach der Geburt oder spätestens nach einer Woche wieder arbeiten.

Ganz ehrlich? Auf diese Art würde es mich wundern, wenn du keine Stillprobleme bekommst.

Ich höre so oft, dass der Partner nach der Geburt nicht zu Hause bleiben kann, dass der Arbeitgeber keinen Urlaub gewährt,…

Bitte lasst euch das nicht gefallen. Gerade in Deutschland gibt es Möglichkeiten, dass auch der Partner nach der Geburt zuhause bleiben kann. Er kann z.B. 2 Partner- Elternzeitmonate direkt ab der Geburt nehmen. Arbeitgeber müssen die Elternzeit genehmigen und sie können deinen Partner auch nicht kündigen weil er in Elternzeit geht. Nutzt dieses Recht. Nicht nur für deine Unterstützung, sondern auch für die Vater- Kind Bindung ist diese Zeit etwas vorauf ihr nicht verzichten solltet.

Haushalt, Putzen, Einkaufen, Kochen,….. diese ganzen leidigen Dinge denen dein Wochenbett egal ist und die trotzdem anfallen – schieb sie bei Seite. All diese Dinge interessieren dich jetzt gar nicht.  Bitte um Hilfe. Dein Partner, deine Familie und Freunde können alle einen kleinen Teil übernehmen. Und solltest du wirklich ganz alleine sein und gar keine Hilfe haben: Egal, die Arbeit läuft nicht weg, die erste Zeit mit deinem Baby jedoch schon.

Du glaubst medizinischem Fachpersonal, dass dir im Kreißsaal, der Wochenbettstation oder Zuhause begegnet hat Ahnung vom Stillen

Es ist eigentlich wirklich traurig, aber medizinisches Fachpersonal hat in aller Regel keinerlei Ahnung vom Stillen. Die Ausbildungen von Ärzten, Krankenschwestern oder Hebammen schneiden das Thema Stillen, wenn überhaupt meist nur kurz an. Nicht selten auch noch unter Zuhilfenahme von veraltetem Fachwissen. Natürlich trifft das nicht auf alle zu und gerade Hebammen haben immer häufiger sehr gutes Fachwissen über das Stillen. Nur leider weißt du nicht ob die Person vor dir wirklich Fachwissen hat oder mit ihren Ratschlägen gerade eure Stillbeziehung gefährdet.

Wenn Fachpersonal Fortbildungen in diese Richtung macht, sind sie nicht selten von Säuglingsnahrungsherstellern gesponsert. Nestle hat eine eigene Fortbildungsakademie dafür eingerichtet. Das hier mehr über Muttermilchersatznahrung geredet wird, als über alles andere liegt auf der Hand.

Am Besten schaust du ob ein Krankenhaus in deiner Nähe ist, das von der WHO und der UNICEF als „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet ist. Auch ist es sinnvoll schon in der Schwangerschaft Kontakt zu einer zertifizierten Stillberaterin aufzunehmen – sie sind das wahre Fachpersonal für die Themen Stillen- und Säuglingsernährung und extra dafür ausgebildet.

Du glaubst deiner Mutter, Tante, Freundinnen,…

Du denkst dir jetzt bestimmt: Ehrlich? Meint die das wirklich ernst?

Ja mein ich. Klar, wenn deine Mama oder deine Freundinnen problemlos stillen oder gestillt haben, werden sie bestimmt wertvolle Tipps für dich haben.

In den meisten Fällen wird es aber so sein, dass du Dinge zu hören bekommst wie: bei uns konnte niemand stillen, also klappt es bei dir auch nicht, dein Kind wird nicht satt, jetzt gib ihm doch endlich mal was richtiges zum Essen, deine Milch reicht einfach nicht oder ist zu dünn,…

Das meinen sie auch gar nicht böse, im Gegenteil. Natürlich wollen diese, dir in der Regel, nahestehenden Frauen nur helfen. Aber sie können halt auch nur aus ihrer Erfahrung erzählen und die ist eben leider, meist wegen fehlender Hilfe und Unterstützung, eher negativ.

Du glaubst an Ammenmärchen und Stillmythen

Ammenmärchen und Stillmythen – du wirst nicht lange suchen müssen um auf einige davon zu stoßen. Man sollte meinen, dass es in einer Zeit wie dieser, in der es ein leichtes ist, im Internet zu recherchieren, Ammenmärchen keine Chance haben. Doch ich habe das Gefühl, dass es Stillmythen und Ammenmärchen so sogar noch leichter haben, da sie sich schnell verbreiten können. Und wir neigen dazu einer Gruppe von vielen mehr zu glauben als einzelnen Personen, ungeachtet dessen wie es mit dem Fachwissen über das Gebiet aussieht. Denn so viele können sich doch nicht irren, oder? Doch. Denn Ammenmärchen besitzen eine ungeahnte Macht. Wenn irgend etwas nicht so läuft wie es sollte, suchen wir nach Gründen, wir stoßen auf die Ammenmärchen und egal wie unsinnig es eigentlich klingt, wir wollen es glauben. Und wird wieder eins weiter verbreitet. Denn wir suchen immer nach der einfachsten Lösung. Und es ist nun mal einfacher zu glauben, dass dein Kind Blähungen hat, weil du blähendes gegessen hast. Du hast einen Grund, du kannst indem du auf blähende Lebensmittel verzichtest etwas dagegen tun und wenn dein Kind weiterhin Blähungen hat, bist du nicht schuld, denn du hast ja alles dagegen getan was du tun konntest. Akzeptanz, dass er nun mal einfach Zeit braucht, bis sich der Magen-Darm-Trakt Nahrung gewöhnt, und es rein gar nichts mit deiner Ernährung zu tun hat  und du nichts weiter tun kannst, als für dein Baby da zu sein, ist hingegen viel schwerer.

Hier habe ich einige typische Stillmythen- und Fakten für dich in Bildern festgehalten.

Du bereitest dich während der Schwangerschaft nicht auf das Stillen vor

Oft höre ich, dass eine Stillvorbereitung totaler Quatsch ist und das doch natürlich und instinktiv abläuft. Und ja, eigentlich stimmt das sogar. Wir sind Säugetiere und wie allen anderen Säugetieren wird uns das Säugen unserer Kinder in die Wiege gelegt. Neugeborene suchen ganz instinktiv die Brust der Mutter und wir fangen schon in der Schwangerschaft an wertvolles Kolostrum zu produzieren.

Aber leider ist es auch so, dass das Aufwachsen in unserer modernen Gesellschaft, in der seit Generationen Flaschennahrung auf dem Vormarsch ist, teilweise kaum mehr ein Kind gestillt wurde. Soziale Normen überlagern unseren Instinkt, unser Bauchgefühl ist immer vom Erlebten geprägt, wodurch es uns durch oben genannte Gründe, gerade beim Thema Stillen oft zu etwas falschem rät. Das kollektive Gedächtnis zum Stillen ist nicht mehr mit Sicherheit gegeben. Und deshalb muss man heute leider sagen, dass Stillen nicht (mehr) instinktiv ganz natürlich funktioniert. Kaum eine werdende Mutter hat überhaupt jemals gesehen wie ein Kind gestillt wird, oft haben sie überhaupt noch nie ein Kind gesehen. Früher wuchs man mit Kindern auf und da man, bis man selber Mutter wurde bei dutzenden Müttern zugesehen hat, wie sie ihre Kinder stillen, wusste man beim eigenen dann intuitiv, was zu tun ist.

Stillen ist zu einem mysteriösem Prozess geworden und das kann einer frischen Mama das Stillen extrem erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen.

Deshalb ist es so wahnsinnig wichtig, dass du für euren Stillerfolg alles über das Stillen lernst was du lernen kannst.

Denn es geht nicht darum ob ein Problem auftritt, sondern WANN. Denn das wird es, so wie bei allem im Leben. Entscheidend ist, wie du damit umgehst.

Ich hoffe, dass dich der Artikel jetzt nicht total beunruhigt hat, sondern dich viel eher zum Handeln animiert, denn Wissen ist Macht.

In meinem kostenlosen 5 tägigen E-Mail Kurs teile ich jeden Tag ein neues Geheimnis für den perfekten Stillstart mit dir. Die darin enthaltenen Informationen können der ausschlaggebende Punkt sein und zwischen aufgeben und weitermachen entscheiden.

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Infos zur Ausbildungsstätte

Das International Board of Lactation Consultant Examiners (IBLCE) besitzt seit über 30 Jahren die Akkreditierung einer unabhängigen Institution für Examina im Gesundheitswesen und bietet die Qualifikation zum international boarded certified lactation consultant Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) an. IBCLC arbeiten gemäß internationaler Praxisstandards.

Anders als bei den anderen im deutschen Sprachraum verfügbaren Zertifizierungen bietet das IBLCE selbst keine Fortbildungskurse zur Vorbereitung auf das Examen an und empfiehlt auch keine bestimmten Kurse.

Infos zur Ausbildung

Um zum Examen zur IBCLC zugelassen zu werden, sind unter anderem mindestens 90 Stunden Fortbildung auf dem Gebiet Laktation und Stillen notwendig. Diese können bei allen vom IBLCE zugelassenen Fortbildungsträgern erlangt werden. Müssen sie aber nicht.

Weltweit werden von verschiedenen Institutionen Ausbildungskurse angeboten, die speziell auf die Vorbereitung zum IBCLC Examen ausgelegt sind.

In Deutschland gibt es 3 Anbieter, die solche Kurse anbieten:

Europäisches Institut für Stillen und Laktation (das EISL bietet auch die Ausbildung zur Stillberaterin EISL an)

das Ausbildungszentrum für Laktation und Stillen

und das Fortbildungszentrum Bensberg am Vinzenz Pallotti Hospital

wer die englische Sprache gut beherrscht hat außerdem die Möglichkeit Fortbildungskurse über meist US amerikanische Anbieter, online abzulegen.

Zum Beispiel

lactation education resources

gold learning

breastfeedingoutlook

ilactation

Wie schon erwähnt, muss für das IBCLC Examen keine spezielle Ausbildung absolviert werden. Du kannst dir die nötigen 90 Stunden auch über persönliche Präsentationen, Online-Schulungen, Fernunterricht und unabhängige Lernmodule zusammen sammeln.

Die deutschen Ausbildungen sind vor Ort Kurse. Jedes Ausbildungsinstitut stellt andere Voraussetzungen und bietet eigene Zertifikate an, die dich dazu befähigen, auch ohne die Prüfung zur IBCLC als Stillberaterin zu arbeiten.

Um die Ausbildung beim EISL mit einem Zertifikat abzuschließen musst du neben der vollständigen Teilnahme an den Seminaren, eine Facharbeit schreiben sowie ein 40 stündiges Praktikum absolvieren.

Das Ausbildungszentrum für Laktation und Stillen verlangt neben einem Praktikum und einer Facharbeit zusätzlich noch den Besuch von mindestens 4 Stillgruppentreffen und die Beantwortung von Prüfungsfragen. Mit erworbenen Zertifikat darfst du dich Stillspeziallistin nennen.

Das Fortbildungszentrum Bensberg verlangt von den Absolventen eine schriftliche Hausarbeit sowie eine Abschlussprüfung,die aus einer schriftlichen Klausur und mündlichen Beratungssituationen besteht. Auch hier wird ein Zertifikat ausgehändigt.

Um zur Prüfung zur IBCLC zugelassen zu werden sind allerdings nur die Zeitstunden der Fortbildungskurse notwendig.

Die Online- Fortbildungskurse haben alleine das Ziel auf das IBCLC Examen vorzubereiten. Daher muss für diese weder eine Facharbeit, noch ein Praktikum gemacht werden. Allerdings bekommt man hier auch kein Zertifikat, sondern lediglich eine Bescheinigung über die absolvierten Fortbildungsstunden die man beim IBLCE zur Examenszulassung einreichen kann.

Jedes der genannten Ausbildungsinstitute bietet seinen Absolventen umfangreiches Fachmaterial, Austausch und interne Netzwerke an. Beim EISL kann man einen Teil der Ausbildung, zumindest als Arzt, auch per Onlinekurs ablegen.

IBCLC arbeiten fest angestellt zum Beispiel in Krankenhäusern. Durch die Zusatzausbildung steigt hier auch oft das Gehalt. Es besteht zudem die Möglichkeit sich weiter zur Stillbeauftragten in der Klinik weiter zu bilden.

Freiberufliche IBCLC arbeiten auf Honorarbasis. Eltern müssen auch hier die Beratung privat zahlen. Es lohnt sich aber diese bei der Krankenkasse einzureichen, manche Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Stillberatung zumindest anteilig.

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Voraussetzungen

Die verschiedenen Ausbildungsinstitute stellen keine besonderen Voraussetzungen für die Zulassung zur Ausbildung.

Um das Examen zur IBCLC zu erwerben müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt werden. Hierzu sind gerade in Deutschland leider immer wieder nicht ganz korrekte Informationen im Umlauf, die teilweise auch von den Ausbildungsinstituten nicht ganz klar kommuniziert werden.

So lese und höre ich immer wieder, dass man zwingend einen medizinischen Grundberuf braucht wenn man IBCLC werden will. Nein, das ist so nicht korrekt.

Es ist grundsätzlich auch ohne medizinischen Grundberuf möglich das Examen zur IBCLC zu machen. Hierfür musst du den Besuch von 14 verschiedenen gesundheitswissenschaftlichen Kursen vorweisen können.

8 der 14 Fächer müssen an höheren Ausbildungsstätten wie z.B. Universitäten, Fachhochschulen, oder Berufsfachschulen, die akademische Grade oder Berufsqualifikationsnachweise vergeben, absolviert werden und du musst natürlich jeden der Kurse bestanden haben. Keine Angst, du musst kein vollständiges Studium dieser Fächer ablegen, die Dauer muss sich je Fach lediglich über einen anrechnungsfähigen akademischen Studienzeitraum (z.B. Semester) erstrecken.

Diese 8 Fächer sind

Biologie

menschliche Anatomie

menschliche Physiologie

Wachstum und Entwicklung von Säuglingen und Kindern

Einführung in die klinische Forschung

Ernährung

Psychologie ODER Beratungskompetenz ODER Kommunikation und

Soziologie ODER interkulturelle Sensibilität ODER kulturelle Anthrolologie

Für die übrigen 6 Fächer reichen auch kurze Weiterbildungskurse aus

Lebensrettende Sofortmaßnahmen

Medizinische Dokumentation

Medizinische Fachbegriffe

Arbeitsschutz- und sicherheit für Gesundheitsfachkräfte

Berufliche Ethik für Gesundheitsfachkräfte

Allgemeine Sicherheitsvorschriften und Infektionskontrolle

Und nun kommt die Sache, warum in Deutschland meist kommuniziert wird, dass zwingend ein medizinischer Grundberuf nötig ist: Es ist äußerst schwer diese Fächer in Deutschland einfach so zu belegen. Meist ist es nur an Universitäten möglich.

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Zumindest wenn du gut englisch kannst, kannst du die gesamte Ausbildung inkl. der 14 Kurse auch online absolvieren. Es gibt Onlineplattformen wie zum Beispiel coursera oder edX, die Kurse anbieten, die vom IBCLC anerkannt werden.

Zu diesen Grundanforderungen kommen weitere Anforderungen um zum Examen zugelassen zu werden. Hier gibt es 3 verschiedene Wege, die Anforderungen zu erfüllen. In Deutschland ist allerdings fast nur ein Weg relevant, da die anderen beiden Wege hier so nicht möglich sind. Der Vollständigkeit halber, zähle ich sie aber mit auf.

Weg 1:

zusätzlich zum medizinischen Grundberuf oder Abschluss von 14 gesundheitswissenschaftlichen Kursen

mindestens 90 Stunden Fortbildung auf dem Gebiet Laktation und Stillen innerhalb der letzten 5 Jahre ( diese Stunden sind mit den oben erklärten Kursen erledigt) und

mindestens 1000 Praxisstunden in der direkten laktationsspezifischen Beratung von Mutter und Kind in den letzten 5 Jahren. Die Beratungsstunden müssen in einem überwachten Rahmen stattfinden, z. B. Über eine Stillorganisation wie die LLL, AFS oder das DAIS.

Bescheinigung über die Einhaltung des Verhaltenskodex fürs IBCLCs

Weg 2:

zusätzlich zum medizinischen Grundberuf oder Abschluss von 14 gesundheitswissenschaftlichen Kursen

muss innerhalb von 5 Jahren vor der Prüfung ein Studium im Bereich Stillen und Laktation abgeschlossen werden, dass mindestens

90 Stunden Ausbildung auf dem Gebiet Laktation und Stillen und

300 direkt von zertifizierten IBCLCs überwachte Stunden in der laktationsspezifischen Beratung von Mutter und Kind umfasst

Bescheinigung über die Einhaltung des Verhaltenskodex für IBCLCs

Dieser Weg ist in Deutschland nicht möglich, da deutsche Hochschulen keine solchen Programme anbieten.

Weg 3:

zusätzlich zum medizinischen Grundberuf oder Abschluss von 14 gesundheitswissenschaftlichen Kursen

mindestens 90 Stunden Fortbildung auf dem Gebiet Laktation und Stillen innerhalb der letzten 5 Jahre und

500 Stunden in direkter Supervision einer zertifizierten IBCLC in der laktationsspezifischen Beratung von Mutter und Kind in den letzten 5 Jahren vor der Prüfung.

Bescheinigung über die Einhaltung des Verhaltenskodex für IBCLCs

Für diesen Weg muss vor Beginn ein kostenpflichtiger Antrag gestellt werden. Dazu muss er nach strengen Richtlinien des IBLCE erfolgen.

Da sich das IBCLC Examen an medizinische Fachkräfte richtet, sind Männer nicht nur ausdrücklich zugelassen, sondern auch in gar nicht so geringer Anzahl unter den zertifizierten IBCLC vertreten.

Ausbildungsinhalte

Jedes Ausbildungsinstitut hat teilweise unterschiedliche Ausbildungsinhalte. Dennoch sind die Grundinhalte überall gleich. Das IBLCE selbst gibt eine detaillierte Inhaltsübersicht der Prüfungsthemen wie folgt an:

Entwicklung und Ernährung:

Ernährungsverhalten in verschiedenen Altersstufen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten/Allergien

Kindliche Anatomie und anatomische/orale Besonderheiten

Einführung von Beikost

Geringes Geburtsgewicht

Milchbanken – formell und informell

Normales kindliches Verhalten

Ernährungsbedürfnisse – Frühgeborene

Entwicklung und Wachstum von Frühgeborenen

Hautton, Muskeltonus, Reflexe

Entwicklung und Wachstum von Reifgeborenen

WHO Wachstumskurven mit Anpassung an Gestationsalter

Brustentwicklung und -Wachstum

Brustoperationen

Zusammensetzung von Muttermilch

Mütterliche anatomische Besonderheiten

Mütterlicher Ernährungsstatus

Mamillenstruktur und Varianten

Physiologie und Endokrinologie:

Diabetes

Fruchtbarkeitsstörungen

Mütterliche Stoffwechsel- und Hormonstörungen (z.B., Schilddrüse, Polyzystisches Ovar-Syndrom)

Mütterliche Autoimmunerkrankungen

Mehrlinge

Neugeborenenhypoglykämie

Schwangerschaft und Stillen – Tandemstillen

Relaktation

Stuhl- und Urinausscheidung

Pathologie:

Allergien

Ankyloglossie

Lippen- und Gaumenspalte

Angeborene Fehlbildungen (z.B. gastrointestinal, kardial)

Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD), Reflux

Hyperbilirubinämie

Akute Erkrankungen des Kindes (bakteriell, viral, fungal, systemisch)

Neurologische Beeinträchtigungen des Kindes

Zu klein für das Gestationsalter,  zu groß für das Gestationsalter

Abszess

Störungen des Milchspendereflexes

Akute Erkrankungen der Mutter (bakteriell, viral, fungal, systemisch)

Chronische Erkrankungen der Mutter

Mütterliche Beeinträchtigungen (körperlich und neurologisch)

Mastitis (Brustdrüsenentzündung)

Milchmenge, zu wenig oder zu viel

Zustand von Mamille und Brust

Schmerzen und Verletzungen der Mamille

Postpartale Blutungen

Präeklampsie / schwangerschaftsinduzierter Bluthochdruck

Pharmakologie und Toxikologie:

Alkohol und Tabak

Kontrazeptiva

Drogenmissbrauch

Galaktogoga

Gelauflagen / Mamillencremes

Medikamente (verschreibungspflichtig, frei verkäuflich, diagnostische und therapeutische Maßnahmen)

Heilkräuter

Psychologie, Soziologie und Anthropologie:

Übergang in die Elternschaft

Geburtspraktiken

Nahrungsmittel, die einen positiven oder negativen Einfluss auf die Laktation haben

Berufstätigkeit – Rückkehr an den Arbeitsplatz

Lebensstil der Familie

Auffinden von Hilfsnetzwerken

Mentale Gesundheit der Mutter

Psychologische/kognitive Probleme der Mutter

Mutter-Kind-Beziehung

Sicherer Schlaf

Abstillen

Kulturelle Kompetenz

Techniken:

Effektiver Milchtransfer (einschließlich medizinisch indizierter Zufütterung)

Erste Stunde

Anlegen

Regelung der Milchmenge

Gewinnung von Milch

Stillpositionen

Verweigerung der Brust, Flasche

Hautkontakt (Kängurupflege)

Gewicht überprüfen

Klinisches Fachwissen:

Ausrüstung und Technologie:

Hilfsmittel zur Fütterung (z.B. Schläuche/Sonden an der Brust, Becher, Spritzen, Sauger)

Umgang mit und Aufbewahrung von Muttermilch

Hilfsmittel für die Mamille (z.B. Stillhütchen, Mamillenformer)

Beruhigungssauger/Schnuller

Pumpen

Waagen

Kommunikationstechniken

Webseiten

Bildung und Kommunikation:

Aktives Zuhören

Vorausschauende Begleitung

Ausarbeitung und Vermittlung eines Pflegeplans

Dokumentation

Unterweisung von Müttern und Familien

Fortbildung von Fachpersonal, Kollegen und Auszubildenden/Studierenden

Verlängerung der Stillzeit

Emotionale Unterstützung

Selbstermächtigung (Empowerment)

Selbsthilfegruppen

Ethische und rechtliche Fragen:

Stillen in der Öffentlichkeit

Klinische Kompetenzstandards

Beruflicher Verhaltenskodex für IBCLCs (Code of Professional Conduct; CPC)

Grundsätze der Vertraulichkeit

WHO Kodex – Lobbyarbeit und Richtlinien

Wissenschaftliche Arbeit:

Anwendung von wissenschaftlicher Arbeit in der Praxis

Bewertung und Interpretation von Studienergebnissen

Einsatz von wissenschaftlicher Arbeit zur Unterstützung bei der Entwicklung von Richtlinien und Protokollen

Öffentliche Gesundheit und Lobbyarbeit:

Eintreten für die Initiative Babyfreundliches Krankenhaus (BFHI)

Eintreten für die Einhaltung des Internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten der Weltgesundheitsorganisation (WHO Kodex)

Eintreten für Mutter / Kind im Gesundheitssystem

Entwicklung von Richtlinien zum Stillen

Prüfung

Das Examen zur IBCLC wird mit einer 4 Stündigen computerbasierten Prüfung abgeschlossen und besteht aus 175 Multiple-Choice- Fragen, etwa die Hälfte davon mit Bildern.

Das Examen hat eine Gültigkeit von 5 Jahren und muss alle 5 Jahre mit mindestens 75 Stunden stillspeziefischer Fortbildung und alle 10 Jahre mit dem erneuten Ablegen der Prüfung rezertifiziert werden.

Ausbildungsdauer

Wie lang die Ausbildung genau dauert, hängt vom individuellen Zugangsweg ab. Vor Ort Ausbildungen bestehen in der Regel aus mehreren Wochenenden, die je nach Anbieter auf 6 bis 18 Monate aufgeteilt sind. Onlineprogramme können meist nach eigenem ermessen so schnell oder langsam durchgeführt werden, wie man möchte. Theoretisch wäre bei einer 90 Stunden Fortbildung bei gerade mal einer Stunde am Tag also möglich die Ausbildung in 3 Monaten abzuschließen. Hierbei darf man aber Zeiten zum lernen nicht vergessen. Die maximale Ausbildungsdauer beträgt 5 Jahre, in denen die Kurse und Praxisstunden absolviert sein müssen.

Preise

Die Examensgebühr , die vom IBLCE festgelegt wird, beträgt in Deutschland momentan bei etwa 600€.

Die einzelnen Anbieter von Fortbildungskursen für das IBCLC Examen haben teilweise sehr unterschiedliche Preise, hier ein paar Beispiele:

Fortbildungszentrum Bensberg am Vinzenz Palotti Hospital: 1950€

Europäisches Institut für Stillen und Laktation (EISL): 2409€

Ausbildungszentrum für Laktation und Stillen: 2440€

Onlinekurse auf englisch:

lactation education resources: ca. 870€

breastfeedingoutlook: ca. 890€

zusätzlich bieten einige englische Anbieter auch einzelne Präsentationen für 10€ bis 200€ und oft auch kostenlose Präsentationen an, mit deren Hilfe man sich äußerst günstig selbst die benötigten Stunden zusammenstellen kann

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Infos zur Ausbildungsstätte

Das deutsche Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung wurde 2013 von Mitgliedern der AFS gegründet und sollte die große Lücke zwischen den ehrenamtlichen Ausbildungen der AFS und der LLL und der sehr anspruchsvollen Ausbildung zur IBCLC schließen. Zusätzlich zur Ausbildung zur Stillbegleiterin, wie das DAIS ihre Stillberaterinnen nennt, bietet das deutsche Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung auch In-House-Schulungen für Kliniken und andere Interessierte an.

Infos zur Ausbildung

Das DAIS bietet eine qualifizierte Ausbildung um Mütter in der Stillzeit begleiten und beraten zu können. Zu den Referentinnen zählen unter anderem Utta Reich- Schottky. Sie ist Studienrätin für Biologie und Chemie, seit 1981 Stillberaterin, Mitherausgeberin des AFS Fachbuches „Stillen und Stillprobleme“ Gutachterin der Initiative Babyfreundlich der WHO und UNICEF und Mitglied bei IBFAN (International Baby Food Action Network) Sowie Elien Rouw. Ärztin, Mitautorin des AFS Fachbuches „Stillen und Stillprobleme“, medizinische Expertin der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS), Mitglied der Nationalen Stillkommission und Vorstandsmitglied der Academy of Breastfeeding Medicine. Die Ausbildung beim DAIS richtet sich sowohl an Fachpersonal, als auch an alle anderen in deren Beruf das Stillen thematisiert wird. Die Ausbildung besteht aus 3 Präsenzphasen von je einem Wochenende, wobei zwischen diesen immer mehrere Wochen Zeit zum Vertiefen, Lernen und Lesen von Fachliteratur liegt. Auch Hausarbeiten müssen in dieser Zeit erledigt werden. Das DAIS bietet seinen Stillberaterinnen nicht nur umfangreiches Schulungsmaterial, sondern auch ein internes Netzwerk, ein Fachforum sowie umfangreiche Fachbroschüren und Beratungsmaterial. Die Ausbildung beim DAIS ist zudem als Fortbildung für Hebammen zugelassen. Die Ausbildung beim DAIS kann zur Abrechnung von Stillberatung auf selbständiger Basis oder auch zum Ausbau einer schon bestehenden beruflichen Qualifikation genutzt werden. Die Beratung muss von den Eltern privat gezahlt werden. Das Einreichen der Rechnung bei der Krankenkasse kann sich aber dennoch lohnen. Manche KK übernehmen mittlerweile zumindest anteilig die Kosten einer Stillberatung.

Voraussetzungen

Die Ausbildung beim deutschen Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung richtet sich an Fachpersonal, ehrenamtliche Stillberaterinnen, als auch alle anderen die in ihrem Beruf mit dem Thema Stillen in Berührung kommen. Ein Vorwissen ist zwar nicht zwingend notwendig, durchaus aber von Vorteil. Eine eigene Stillerfahrung ist nicht notwenig und auch Männer sind ausdrücklich zur Ausbildung zugelassen.

Ausbildungsinhalte

1. Präsenzphase Physiologie des Stillens Stillen natürlich Voraussetzungen von Mutter und Kind Anlegen Leben mit Kind schwierige Stillsituationen Kaiserschnitt Mehrlinge Anpassung nach der Geburt Wachstum des Säuglings Krankheiten der Mutter und Kind Schmerzen beim Stillen 2. Präsenzphase Kommunikation und Gesprächsführung Grundlagen und Gesprächsmodelle Zuhören und was dazu gehört partnerzentriertes Gespräch Übungen und Praxisbeispiele Stillen in unserer Gesellschaft Ausschließliches Stillen Stillhilfsmittel Sinn und Unsinn Muttermilch gewinnen Flasche füttern Beikost Stillen und Erwerbstätigkeit Stillen schützen 3. Präsenzphase Stillen als persönliche Erfahrung Rückblick auf die eigene Erfahrung mit dem Stillen Betrachtung des Kontextes der Stillerfahrungen Grenzen der Stillbegleitung und -beratung Fragen, Ergänzungen, Prüfung Nina Abel Stillberatung Beikostberatung Onlineberatung Stillprobleme wunde Brustwarzen Soor Milchmenge Guide kostenlos

Prüfung

Die Ausbildung schließt mit einer umfangreichen Prüfung ab. Nach der Abgabe der Hausarbeiten und dem Bestehen der Prüfung wird ein Zertifikat ausgestellt, dass 2 Jahre gültig ist. Zur Rezertifizierung muss eine Fortbildung von mindestens 8 Stunden vorgewiesen werden.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung beim DAIS ist in 3 Wochenenden, die Präsenzphasen, unterteilt und verteilt sich auf etwa 3 Monate. Die mehrwöchigen Pausen zwischen den Wochenenden müssen intensiv zum Selbststudium, lesen von Fachliteratur und Erstellen der Hausarbeiten genutzt werden.

Preise

Die komplette Ausbildung kostet derzeit 855,-€. Im Preis inbegriffen sind verschiedene Getränke sowie belegte Brötchen, Rohkost und Gebäck. Reise- und Übernachtungskosten müssen selbst getragen werden. das könnte dich auch interessieren:

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Infos zur Ausbildungsstätte

Das Europäische Institut für Stillen und Laktation ist ein gemeinnütziger Verein, der 2013 aus dem Verband ELACTA (vormals VELB), dem europäischen Berufsverband der Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC, in Österreich gegründet wurde. Sein Hauptziel ist die Stillförderung auf europäischer Ebene.

Über das angeschlossene Ausbildungsinstitut gibt es die Möglichkeit verschiedene Fortbildungen beim EISL zu absolvieren. Da das Europäische Institut für Stillen und Laktation auch weiterhin eng mit Elacta zusammenarbeitet und mit ihren Einnahmen auch unterstützt, ist es Mitgliedern von ELACTA möglich günstigere Preise für Fortbildungen und Veranstaltungen beim EISL zu zahlen.

Infos zur Ausbildung

Bisher bot das EISL nur Fortbildungskurse an, die zur Teilnahme an der Prüfung zur IBCLC berechtigt.

Die Ausbildung zur Stillberaterin EISL wird erst seit 2018 angeboten und richtet sich vor allem an außerklinisches Fachpersonal wie Mütter- und Familienberaterinnen, Trageberaterinnen, Tagesmütter, Kursleiterinnen (z.B. PEKIP; Pikler, DELFI,…),Mitarbeiterin in Apotheken oder Arztpraxen, Physiotherapeuten, Sozialpädagogen, Ernährungsberaterin und allen anderen Berufsgruppen die immer wieder in Kontakt mit Eltern und Fragen zum Thema Stillen kommen.

Die Ausbildung besteht aus einem von 2 wählbaren Basisseminaren der Ausbildungsreihe für die Zulassung zum IBCLC Examen, einem Zetifizierungsmodul, dem Besuch von mindestens 4 Still- oder Elterngruppentreffen und einem Praktikum.

Das EISL bietet den Teilnehmern zur Fortbildung ein ausführliches Skript, dass auch bei den späteren Beratungen weiter hilft. Ein internes Netzwerk und regelmäßige Fortbildungstermine.

Die Fortbildungskurse werden von langjährigen IBCLC Beraterinnen geleitet.

Anders als bei den ehrenamtlichen Ausbildungen der AFS und der LLL dürfen beim EISL ausgebildete Stillberaterin mit dieser Ausbildung Geld verdienen. Somit ist es sowohl möglich, eine schon bestehende Arbeit mit Müttern und Familien auszuweiten, als auch eigenständige Stillberatung anzubieten.

Die Beratung muss von den Eltern selbst getragen werden. Es lohnt sich aber dennoch die Rechnung bei der Krankenkasse einzureichen, manche Krankenkassen übernehmen mittlerweile zumindest anteilig die Kosten einer Stillberatung.

Voraussetzungen

Da sich die Ausbildung an außerklinisches Personal richtet, ist keine Stillerfahrung notwendig. Auch Männer werden zur Ausbildung zugelassen. Auch sonst müssen keine besonderen Voraussetzungen erfüllt werden.

Ausbildungsinhalte

Neben einem von zwei wählbaren Grundmodulen und dem Zertifizierungsmodul, müssen im Rahmen der Ausbildung Praktika in Form von einer Hospitation bei einer zertifizierten IBCLC, in einer Stillambulanz, bei einer Beratungsstelle oder auf einer Wochenbettstation absolviert werden. Dazu kommt der Besuch von mindestens 4 Still- oder Elterngruppentreffen.

Die Ausbildungsinhalte laut EISL sind:

Wie profitieren Mutter, Kind und Gesellschaft vom Stillen?

Muttermilch und ihre Bedeutung

Milchbildung

Saugbedürfnis und Schnuller

Stillbeginn Baby anlegen, Mutter unterstützen

Schlafbedürfnis von Mutter und Kind

Ernährung in der Stillzeit

Stillen und Arbeiten

Muttermilch abpumpen und Lagern

Teilstillen und Flaschenernährung

Erkrankung der Mutter

weinende Kinder

Brustprobleme und Schmerzen

wertschätzende Kommunikation und Umgang mit Müttern und Familienbett

Fallbeispiele Netzwerk knüpfen, Fachinformationen finden und anbieten

Kompetenzen und Grenzen der Beratung

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Prüfung

Die Prüfung zur Stillberaterin EISL findet in schriftlicher Form statt und besteht zu etwa 2/3 aus multiple Choice Fragen.

Das Zertifikat ist 3 Jahre gültig. Zur Rezertifizierung muss eine mindestens eintägige Fortbildung pro Jahr besucht besucht werden.

Ausbildungsdauer

Die Präsenzphase beträgt insgesamt 5 Tage. Davon fallen 4 Tage auf das Basisseminar und ein Tag auf das Zertifizierungsmodul. Somit beträgt die Präsenzphase insgesamt 40 Stunden.

Hinzu kommen noch 16 Stunden Praktika, die sich in 4 Still- oder Elterngruppentreffen von je 2 Stunden und 2 mal 4 Stunden Hospitation gliedern und die Abschlussprüfung.

Preise

Für die Ausbildung beim EISL musst du mit einer Einschreibegebühr von 90,- € rechnen, dazu kommen die Kosten für das Basisseminar in Höhe von 510,-€ und das Zertifizierungsmodul in Höhe von 140,-€

Somit kommst du auf einen Gesamtpreis von 740,-€

Pausengetränke sind in den Gebühren inbegriffen. Zusätzliche Kosten z.B. für Übernachtung und Anfahrt müssen selbst getragen werden.  

 

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LLL (La Leche Liga)

AFS (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen)

DAIS (deutsches Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung)

IBCLC ( international boarded certified lactation consultant – examinierte Still- und Laktationsberaterin)                              

Stillberaterin werden und finden – die verschiedenen Ausbildungen

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Ausgebildete Stillberaterinnen beraten und begleiten Mütter während der gesamten Stillzeit. Sie helfen der werdenden Mutter schon während der Schwangerschaft, sich auf das Stillen vorzubereiten. Sie sorgen für einen reibungslosen Stillstart. Helfen, wenn der Start etwas holpriger war. Bieten durch Stillgruppen eine Vernetzung zu anderen stillenden Müttern. Helfen bei Schmerzen und wunden Brustwarzen. Helfen bei zu geringer Milchbildung genauso wie bei Milchstau oder Brustentzündungen. Suchen für alle erdenklichen Probleme Lösungen und geben Hilfestellung auch in den seltensten Situationen.

Stillberaterinnen beraten bei der Mama zuhause, in Kliniken, bei Stillgruppentreffen, per Telefon oder Online auf verschiedenen Wegen.

Und sie sind in den meisten Fällen nicht nur Beraterinnen, sondern auch Freundin, Begleitung, Seelsorge und in bestimmten Fällen, medizinische Fachkraft gleichzeitig.

Immer wieder kommt es aber leider vor, dass ich in diversen Onlineforen lese oder von Müttern gesagt bekomme, dass Stillberater ja auch nicht helfen können oder dass ausgerechnet eine Stillberaterin die dubiosesten Tipps gegeben hat.

Stillberaterinnen sind Beraterin, Freundin, Begleitung, Seelsorge und in bestimmten Fällen, medizinische Fachkraft gleichzeitig.

Auch werde ich immer wieder gefragt wie man denn eigentlich Stillberaterin werden kann.

Das Problem an der Sache ist, dass der Begriff Stillberaterin in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist und sich somit theoretisch jeder so nennen kann – auch der Dachdecker von nebenan.

Und leider gibt es auch immer wieder Stillberater die keinerlei Ausblldung in diese Richtung absolviert haben und sich wohl einfach am Leid der Frauen bereichern wollen.

Auch Hebammen werden im Allgemeinen als die Fachkraft zum Thema Stillen angesehen, nur ist das leider auch hier nicht grundsätzlich der Fall. Es gibt Hebammen mit viel fundiertem Fachwissen. Meisten haben diese eine zusätzliche Fortbildung zum Thema absolviert. Auch die Ausbildungsinhalte zum Stillen werden in der Hebammenausbildung immer besser. Leider liegen diese aber sehr an der Ausbildungsstätte und ausbildenden Personen. Veraltetes Stillwissen von Hebammen sorgt nicht selten erst für Probleme.

Daher ist es als Mama wichtig immer nach der Qualifikation zu fragen und sich im Zweifel das Zertifikat zeigen zu lassen. Auch bei Hebammen.

Um für dich persönlich und für dein Problem die richtige Stillberaterin zu finden oder um dich entscheiden zu können welche Ausbildung sich für dich am besten eignet, musst du natürlich erst mal wissen, welche Ausbildungen es zur Stillberaterin gibt.

Im deutschen Sprachraum gibt es derzeit 5 verschiedene Arten der Ausbildung und Qualifikation

LLL (La Leche Liga)

AFS (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen)

EISL (europäisches Institut für Stillen und Laktation)

DAIS (deutsches Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung)

IBCLC ( international boarded certified lactation consultant – examinierte Still- und Laktationsberaterin)

Von ehrenamtlichen Beratern bis zu medizinisch umfangreich ausgebildeten Fachkräften ist hier alles vertreten.

Ich selbst habe mich auf dem Weg zur Stillberaterin umfassend erkundet, welche Wege es gibt und wo genau die Unterschiede liegen.

Diese Recherche hat mich damals Unmengen an Zeit gekostet bis ich alle für mich relevanten Informationen zusammengesammelt hatte und für mich den besten Weg suchen konnte.

Ich habe mich übrigens für das DAIS entschieden und befinde mich zusätzlich mittlerweile in Ausbildung zur IBCLC.

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Um euch den Weg ein wenig zu erleichtern, egal ob ihr eine ausgebildete Stillberaterin sucht oder ob ihr selbst eine Ausbildung zur Stillberaterin absolvieren wollt, habe ich euch hier die verschiedenen Möglichkeiten, die Voraussetzungen für die Ausbildung, die Unterschiede, Dauer der Ausbildungen, Ausbildungsinhalte und Preise zusammengestellt.

Klickt einfach auf die einzelnen Ausbildungsinstitute um zu einer ausführlichen Beschreibung der jeweiligen Ausbildung zu kommen:

LLL (La Leche Liga)

AFS (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen)

EISL (europäisches Institut für Stillen und Laktation)

DAIS (deutsches Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung)

 IBCLC ( international boarded certified lactation consultant – examinierte Still- und Laktationsberaterin)

 

Fragen die du einem Kinderarzt stellen solltest

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Es ist nicht immer leicht auf sein Gefühl zu hören, wenn einem das Stillen von allen Seiten schlecht geredet wird. Leider machen da auch Kinderärzte oft keine Ausnahme. Deshalb ist es wichtig, dass du dich am Besten schon in der Schwangerschaft mit der Wahl des richtigen Kinderarztes beschäftigst. Hier ein paar Fragen, die du du deinem zukünftigen Kinderarzt stellen solltest – und natürlich die passenden Antworten darauf:

Haben Sie eine Stillberaterin oder eine IBCLC, an die Sie Frauen verweisen können, wenn Probleme auftreten?

Manche Kinderärzte arbeiten mit zertifizierten Stillberaterinnen zusammen. Einige haben sogar direkt eine Beratungspraxis integriert. Aber auch wenn du dieses Glück nicht hast, ist es wichtig, dass du eine Möglichkeit hast Hilfe zu erhalten falls du Hilfe brauchen solltest.

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Wann muss ein Neugeborenes sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben?

Eine Abnahme von bis zu 10% vom Geburtsgewicht ist völlig normal. Dein Kinderarzt sollte deinem Baby 14 Tage Zeit lassen um sein Geburtsgewicht wieder zu erreichen.

Welche Wachstumskurve verwenden Sie?

Vergewissere dich, dass dein Arzt die Wachstumskurven der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet, da die Wachstumskurven der U-Hefte nur Wachstumsmuster für Säuglinge zeigt, die mit Formulanahrung gefüttert werden und sich das Wachsum und die Zunahme dieser beiden Gruppen unterscheiden.

Wann empfehlen Sie die Einführung von Beikost?

Die WHO empfiehlt für gesunde Babys ausschließliches Stillen ohne zusätzliche Lebensmittel oder Flüsigkeiten bis zum Alter von 6 Monaten. Muttermilch sollte im gesammten ersten Jahr Hauptnahrungsmittel bleiben.

In welchem ​​Alter empfehlen Sie abzustillen?

Es sollte kein bestimmtes Alter angegeben werden. Das durchschnittliche natürliche Abstillalter des Menschen liegt zwischen 2 und 7 Jahren. Kein Kind stillt sich selbst in den ersten 2 Jahren ab, ein verfrühtes Abstillen wird immer absichtlich oder unabsichtlich von außen beeinflusst. Die WHO empfiehlt bis mindestens zum Alter von 2 Jahren zu stillen und darüber hinaus solange Mutter und Kind es wollen.

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Quellen:

https://www.who.int/

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Nicht stillen: gesundheitliche Nachteile

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Wir müssen uns bewusst machen, dass das Stillen die biologische Norm ist. Mutter und Kind haben keine Vorteile vom Stillen sondern erhebliche Nachteile wenn nicht gestillt wird.
 

Gesundheitliche Nachteile für das Kind wenn nicht gestillt wird

Muttermilch lebt. Sie enthält unter anderem Stammzellen, weiße Blutkörperchen, Bakterien, Antikörper, Enzyme und Hormone, die dazu beitragen Krankheiten zu verhindern und eine normale Entwicklung deines Babys fördern.

-Babys, die die ersten 6 Monate nicht ausschließlich gestillt werden, leiden häufiger an Erkältungen und Grippe, Ohrenentzündungen, Atemwegsinfektionen, Asthma, Pilzbefall, Durchfall und Übelkeit und entzündlichen Veränderungen des Magen- Darm- Traktes.

-Babys die nicht gestillt werden, leiden öfter an einer Neugeborenengelbsucht

-Nicht gestillte Kinder haben häufiger Verdauungsprobleme

-Nicht stillen erhöht die Gefahr einer Gedeihstörung

-Nicht gestillte Kinder haben ein doppelt so hohes Risiko am plötzlichen Kindstod (SIDS) zu sterben als gestillte Kinder

-Nicht gestillte Babys haben öfter Anpassungsschwierigkeiten

-Ein Baby das nicht 6 Monate ausschließlich gestillt wird, hat ein doppelt so hohes Risiko ein oder mehrere Allergien zu entwickeln wie ein gestilltes Kind

-Kinder die nicht gestillt wurden leiden später häufiger an Autoimmunerkrankungen

-Nicht gestillte Kinder haben eine Darmflora, die das Wachstum von Krankheitserregern begünstigt

-Kinder die nicht gestillt werden, müssen von Geburt an alleine mit Krankheitserregern klar kommen. Sie haben keinen unterstützenden Nestschutz durch die Muttermilch

-Nicht stillen führt zu einer schlechteren Kieferentwicklung, auch Zahnfehlstellungen sind häufiger und stärker ausgeprägt als bei gestillten Kindern

-Das Kariesrisiko wird bei nicht gestillten Kindern stark erhöht

-Nicht gestillte Kinder haben häufiger Sprachstörungen, ein schlechteres Hörvermögen und eine schlechtere Hand- Augen- Koordination

-Nicht gestillte Kinder haben häufiger und länger Schmerzen und auch das Trösten ist schwieriger

-Nicht gestillte Kinder haben ein signifikant höheres Risiko für Übergewicht, sowie für eine Diabetes Typ 1 oder Typ 2 Erkrankung

-Nicht stillen erhöht die Gefahr, dass das Kind an Krebsarten wie Leukämie erkrankt

-Nicht gestillte Kinder haben nachweislich weniger weiße Hirnsubstanz, die Hirnregionen verbindet und Signale zwischen ihnen übermittelt. Auch unter Berücksichtigung von Faktoren wie Haushaltseinkommen und Bildungsstand der Eltern haben, laut Studien, nicht gestillte Kinder schlechtere Noten und verdienen als erwachsene weniger Geld.

-Nicht gestillte Kinder haben häufiger Probleme mit dem natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühl

-Erwachsene die nicht gestillt wurden haben ein höheres Risiko für Suchterkrankungen

Gesundheitliche Nachteile für die Mutter wenn nicht gestillt wird

.-Bei nicht stillenden Müttern bildet sich die Gebärmutter nach der Geburt langsamer zurück, dadurch ist der Wochenfluss stärker und dauert länger

-Mütter die nicht stillen, haben ein erhöhtes Risiko an Eierstockkrebs und Brustkrebs zu erkranken

-Nicht stillende Frauen erkranken im Alter häufiger an Osteoporose

-Mütter die nicht stillen sind schneller wieder empfängnisbereit, was oft zu Schwangerschaften führt, bevor der Körper sich von der letzten Schwangerschaft erholen konnte

-Nicht stillende Mütter leiden öfter an Depressionen und Angstzuständen

-Mütter die nicht stillen haben ein signifikant höheres Risiko für Herzkrankheiten und dem Erleiden von Herzinfarkten

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Nicht stillen? Welche Nachteile hat es?

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Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt 6 Monate (180 Tage) ausschließlich zu stillen. Danach soll unter Einführung geeigneter Beikost bis mindestens zum Alter von 2 Jahren weiter gestillt werden. Darüber hinaus so lange Mutter und Kind es wollen. Würden diese Empfehlungen weltweit befolgt werden, könnten alleine dadurch jedes Jahr 820.000 Kinderleben gerettet werden.

Keine einzige Organisation oder öffentliche Stelle die sich mit dem Stillen beschäftigt nennt ein Höchstalter ab dem das Stillen keine Vorteile mehr oder sogar Nachteile bringen würde. Im Gegenteil: Kinder profitieren immer vom Stillen, egal im welchem Alter. Und auch für die Mutter gibt es einige Vorteile wenn sie ihr Kind stillt.

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Stillen ist die biologische Norm

Stillen ist nicht nur die beste Ernährungsart für ein Baby, sondern hat auch viele gesundheitliche, immunologische und ernährungs- physiologische Vorteile. Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch emotionale, praktische und sogar gesellschaftliche Vorteile des Stillens.

Aber eigentlich sind das alles gar keine Vorteile.Wir müssen uns bewusst machen, dass das Stillen seit Jahrtausenden die biologische Norm ist. Wir können uns glücklich schätzen, dass Formulanahrung heute so weit entwickelt ist, dass wir unsere Kinder auch damit ernähren können. Früher sind Babys oft gestorben oder waren geistig und körperlich unterentwickelt, wenn sie nicht gestillt werden konnten. Aber an Muttermilch wird künstliche Säuglingsnahrung niemals heran kommen. So sind die vielen Vorteile die Mutter und Kind genießen wenn gestillt wird, eigentlich gar keine Vorteile, sondern Mutter und Kind müssen mit erheblichen Nachteilen rechnen wenn nicht gestillt wird.

Nicht stillen: gesundheitliche Nachteile

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22684347

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Darf ich mir in der Stillzeit ein Tattoo stechen lassen?

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Eine der meist gestellten Fragen zum Thema „Was ist in der Stillzeit erlaubt?“,  ist ob sich eine stillende Mutter tätowieren lassen darf. Und tatsächlich sind Tattoos nur ein weiteres Beispiel wie stillenden Müttern das Leben unnötig schwer gemacht wird.„Dein Kind wird eine Infektion bekommen“ „ Willst du dass es HIV oder Hepatitis bekommt?“ „Du kannst eine ganz böse Entzündung bekommen“…Diese Sätze sind nur wenige Beispiele für die Dinge die stillenden Frauen vorgeworfen werden, wenn sie darüber nachdenken sich in der Stillzeit ein Tattoo stechen zu lassen.

Stillenden Müttern wird es unnötig schwer gemacht

Meist sind es andere Mütter die es zwar gut meinen, den tätowierwilligen Mamas aber aus Unwissenheit Kindeswohlgefährdung vorwerfen.Oft sind es aber auch leider angehörige von Gesundheitsberufen oder uninformierte Stillberater die zur Verbreitung dieser Mythen beitragen. Die meisten Tätowierer würden eine stillende Frau nicht wissentlich tätowieren. Oft höre ich die Meinung, dass Stillen nun mal auszehre und der Körper der Mutter daher nicht in der Lage wäre das Tattoo richtig zu heilen so lange sie stillt.

Gleichzeitig ist es für die Tätowierer einfach eine Absicherung. Ähnlich den Beipackzetteln von Medikamenten, in denen Grundsätzlich steht, dass stillende Frauen das betreffende Medikament nicht nehmen dürfen. Es ist die gleiche Absicherung wie sie auch Ärzte durchführen wenn sie stillenden Frauen sagen sie dürften keine Medikamente nehmen. Für diese Fälle haben wir zum Glück das Pharmakovigilanz – und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité in Berlin, kurz Embryotox, das uns zeigt, dass diese Aussagen nicht stimmen. Für Tattoos haben wir so eine Anlaufstelle leider nicht.Leider müssen Frauen in der Stillzeit auch immer wieder mit viel Ignoranz, Vorwürfen und teils sogar Bestrafungen fertig werden. Es darf nicht sein, dass es Gerichten möglich ist, einer Frau das Stillen zu verbieten, weil sie sich während der Stillzeit tätowieren lies wie es vor ein paar Jahren in Australien der Fall war. Keine einzige fundierte Fachkraft wurde in der Verhandlung angehört.

Eine stillende Frau hat das Recht fachlich fundierte Informationen bereit gestellt zu bekommen

Es ist völlig egal, was eine Person persönlich von solchen Dingen wie Tätowierungen hält. Eine stillende Frau hat nicht nur das Recht fachlich fundierte Informationen bereit gestellt zu bekommen, sondern auch das Recht ihre eigenen Entscheidungen ohne unnötige Einschränkungen zu treffen.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Tattoos (genauso wie Piercings oder andere Body Modifikationen) mit dem Stillen durchaus kompatibel, sofern bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Alles was wir im Leben tun, birgt Risiken. Die meisten alltäglichen Dinge sehr viel mehr als ein Tattoo. Es geht darum Entscheidungen auf Basis fundierter Fakten zu treffen:

– Alle allgemeinen Informationen zum Tätowieren gelten auch für stillende Frauen.

– Die Vorschriften des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) für kosmetische Mittel gelten seit 2005 auch für Tätowierfarben. Gemäß §26 dürfen diese Mitteln nicht so hergestellt und in den Verkehr gebracht werden, dass sie bei „bestimmungsgemäßem oder vorauszusehendem Gebrauch geeignet sind, die Gesundheit zu schädigen“

– Die molekulare Struktur der Tätowierfarbe ist zu groß um in die Muttermilch zu gelangen, selbst wenn etwas davon ins Blut der Mutter übergehen sollte.

– Muttermilchbanken akzeptieren keine Spenden von Müttern, die sich in den letzten 12 Monaten tätowieren ließen, da möglicherweise Infektionen durch das Blut übertragen werden könnten. Diese Tatsache bestätigt für viele die Gefährlichkeit von Tätowierungen in der Stillzeit.

Sehen wir uns aber mal die Daten dazu an, wird schnell klar, dass dies eine reine Vorsichtsmaßnahme vor allem für besonders fragile Frühchen ist und nicht auf das tätowieren an sich übertragen werden kann.

1985 haben die Centers for Disease Control in Atlanta, Georgia, USA nationale Richtlinien für den Schutz während des Tätowierungsprozesses erlassen. In diesem Zuge wurden seither alle Infektionen die im Zusammenhang mit Tätoowierungen aufgetreten sind protokolliert.

Seit Beginn der Aufzeichnungen gibt es keinen einzigen dokumentierten Fall einer übertragenen HIV Infektion oder einer Syphilis Infektion. Es gibt 12 dokumentierte Hepatitisfälle nach einer Tätowierung in den USA. Die Gefahr beim Zahnarzt an Hepatitis zu erkranken ist tatsächlich 300% größer.

– Lokale Infektionen sind die häufigsten Risiken des Tätowierens. In Zuge dessen kommt es häufig dazu, dass die Farbe nicht überall richtig angenommen wird und ein Nachstechen erforderlich wird. Dies ist vor allem dann ein Problem, wenn die tätowierte Person die Nachsorge nicht befolgt. Gesunde Menschen haben ein sehr geringes Risiko nach einer Tätowierung eine Infektion zu bekommen.

– Seriöse Tätowierer befolgen allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie die Sterilisation der Tätowiermaschine mit einem Autoklaven, nutzen Tintenbecher, Handschuhe und Einwegnadeln, waschen gründlich ihre Hände und desinfizieren alle Oberflächen. Dies verringert die Infektionsgefahr nochmal erheblich.

– Das systemische und lokale Infektionsrisiko gilt für stillende Frauen in dem gleichen Umfang wie für den Rest der Bevölkerung.

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Wenn du dich gerne tätowieren lassen möchtest, halte dich einfach an ein paar Vorsichtsmaßnahmen

– Lerne dein Tattoostudio kennen. Gehe nicht einfach irgendwo hin. Welches Studio wird oft empfohlen? Sieh dir an wie dort gearbeitet wird. Ist es sauber dort? Lass dir Lizenzen zeigen.

– Achte darauf, dass der Tätowierer die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen befolgt: Trägt er Handschuhe? Nutzt er Einwegnadeln? Desinfiziert er Oberflächen und Geräte?

– Befolge die Pflegeanweisungen deines Tätowierers. Es kann bis zu 3 Wochen dauern, bis das Tattoo komplett verheilt ist, beachte das bevor du dich tätowieren lässt.

– Sei gesund wenn du dich tätowieren lässt. Wie bei jeder anderen Verletzung der Haut gilt auch beim Tattoo: je gesünder du bist und je besser du aufpasst, desto unwahrscheinlicher ist eine Infektion und desto besser wird es verheilen. Daher solltest du auch überlegen, dich vielleicht nicht unbedingt gleich nach der Geburt tätowieren zu lassen, sondern so lange zu warten bis alles gut verheilt ist und du dich wieder fit fühlst.

Stillende Mütter haben beim tätowieren sogar Vorteile.

Zum Schluss noch zwei Vorteile die stillende Mütter genießen, wenn sie sich tätowieren lassen. Stillen direkt vor dem Tätowieren sorgt durch das ausgeschüttete Oxytocin für weniger Schmerzen und Muttermilch kann dank seiner antibakteriellen Wirkung sogar bei der Abheilung des Tattoos helfen.Du siehst, es gibt objektiv betrachtet keinen Grund dein Baby nicht auch mit einem verzierten Körper zu stillen.

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https://kellymom.com/bf/can-i-breastfeed/lifestyle/body-mods/

https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/infektionsrisiken-durch-taetowierungen.pdf

http://themilkmeg.com/tattoos-and-breastfeeding-is-it-safe-what-are-the-risks/

https://www.facebook.com/DrJackNewman/posts/i-am-truly-amazed-sometimes-by-questions-i-get-whether-a-mother-needs-to-interru/417375038413548/

https://www.lllc.ca/tuesday-tips-tattoos-and-breastfeeding

http://llli.net/llleaderweb/lv/lvfebmar05p3.html

http://forumsdev.llli.org/faq/tattoos.html

https://mamasmilknochaser.com/2017/01/30/for-the-breastfeeding-mom-with-body-mods/

Cadwell, K. et al. Maternal and Infant Assessment For Breastfeeding and Human Lactation.

Sudbury, Massachusetts: Jones and Bartlett, 2002Millner, V. and Eichold, B. Body piercing and tattooing perspectives.

Clin Nurse Res 2001DeBoer, S., Seaver, M., Angel, E., & Armstrong, M. (2008). Puncturing myths about body piercing and tattooing.

NursingGuidelines for Establishment and Operation of a Donor Human Milk Bank. Raleigh, NC:

Human Milk Banking Association of North America, Inc.Wilson-Clay, B., & Hoover, K. The breastfeeding atlas (6th ed.).


Die Beikostreifezeichen – Wann ist dein Kind bereit für Beikost?

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Immer öfter tauchen in Müttergruppen auf Facebook Bilder zum Thema Beikostreifezeichen auf und immer wieder sieht man dabei, dass die meisten Mütter davon noch nie etwas gehört haben.

Aufgewachsen sind die heutigen Mamas in einer Zeit, in der Gläschenbrei neben Formulamilch als eine der größten Errungenschaften der modernen Zeit galt. Die Säuglingsnahrungshersteller verbreiteten (und tun es immer noch) ihre Werbestrategien auf so aggressive Weise, dass die Werbung bald als Fakten und die Hersteller als absolute Fachkompetenz gesehen wurden und in vielen Fällen auch weiterhin werden.

Dass Kinderärzte in ihrem Studium kaum etwas zu den Themen Säuglings- und Kleinkindernährung lernen und sich daher selbst fortbilden müssen, ist erst mal kein Problem. Wären da nicht die hohen Kosten der Fortbildungen, die die Ärzte und auch Hebammen selber tragen müssen und wären da nicht wieder die Säuglingsnahrungshersteller, die diesen Umstand schamlos ausnutzen.

Von Säuglingsnahrungsherstellern bezahlte Fortbildungen versprechen kostenloses Fachwissen. Dass hier aber Fakten verdreht, Studien (absichtlich) falsch gelesen und interpretiert werden und auch sonst nur die Dinge weitergegeben werden, die vor allem dem Geldbeutel der Anbieter helfen, ist hierbei leider nur den wenigsten wirklich bewusst. Weiter verlassen sich viele Eltern blind auf das Wohlwollen der Herstellerfirmen und dem Staat. So lese ich nicht selten, dass Zucker im Brei, Folgenahrung, Kindermilch und Co und eben auch die allgegenwärtige Empfehlung der Beikosteinführung nach dem 4. Monat mit seinem längst veralteten B(r)eikostfahrplan, bei dem so schnell wie möglich alle Milchmahlzeiten ersetzt werden, doch gar nicht so falsch sein kann – sonst wäre es  längst verboten…

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir reicht es nicht, dass meine Kinder einfach nur überleben.

Schnell kommen dann Sätze wie: „Hat uns ja auch nicht geschadet“ oder „Meine Kinder leben noch“. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir reicht es nicht, dass meine Kinder einfach nur überleben.

Ach ja, die Nahrungsmittelindustrie. Die gleiche übrigens, die neben Säuglingsnahrung auch so schmackhafte Dinge wie Kinderwurst mit Clownsgesicht, Erdbeerkäse, Schokolade, Müsli und Joghurt mit kiloweise Zucker, Alkohol und 1000 andere Dinge, die der Gesundheit nicht gerade zuträglich sind, herstellt.

Immer wieder kommt es zu Lebensmittelskandalen, auch bei Säuglingsnahrung sehen die Ergebnisse alles andere als rosig aus, wie ein Ökotest zeigt.

Und genau diesen Herstellern und den von ihnen geschulten Ärzten sollte man trauen, wenn es um die Gesundheit des eigenen Kindes geht? Wohl eher nicht. Aber wen soll ich denn sonst fragen? Wem kann ich dann vertrauen? Das fragt ihr euch jetzt?

Eigentlich sind diese Fragen gar nicht so schwer zu beantworten. Es gibt jede Menge freie, nicht gesponserte Studien, Fortbildungen die selbst getragen werden müssen sowie Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation, die alle das gleiche Empfehlen und zwar ganz klar etwas anderes als die Breihersteller.

Diese Empfehlungen haben nichts mit Hygiene, Ernährung und Krankheiten zu tun, sondern mit der natürlichen und biologischen Entwicklung eines jeden Menschen.

Des weiteren gibt es durchaus Fachpersonal, dass extra in diesen Themen ausgebildet wurde. Das sind zertifizierte Stillberater (AFS, LLL, DAIS oder IBCLC) und Fachberater für Säuglings- und Kleinkindernährung. Und mal ehrlich: Wir lassen uns doch auch nicht von unserem (auf seinem Gebiet durchaus kompetenten) Metzger die Haare schneiden.

Die allgemeinen Empfehlungen der oben genannten Institutionen beziehen sich alle auf die Empfehlung der WHO. Die sich, anders als oft angenommen, sehr wohl auf die ganze Welt bezieht und nicht nur auf Dritte Welt Länder und andere Krisengebiete. Denn die Empfehlungen haben nichts mit Hygiene, Ernährung und Krankheiten zu tun, sondern mit der natürlichen und biologischen Entwicklung eines jeden Menschen.

Diese Empfehlung lautet wie folgt:

6 Monate ausschließliches Stillen danach, (unter Berücksichtigung der Beikostreife), Einführung geeigneter Beikost und dabei weiterstillen bis zum Alter von 2 Jahren und darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wollen.

Die zu berücksichtigenden Beikostreifezeichen sind:

Dein Baby kann ggf. mit leichter Unterstützung im unteren Rücken aufrecht sitzen

Eltern haben oft wahnsinnige Angst davor, dass ihr Baby sich verschlucken könnte, weshalb sie sich auch lange nicht an feste Kost heran trauen. Wenn man aber die Reifezeichen beachtet, besteht im Normalfall gar kein Grund mehr zu Sorge. Der Würgereflex sitzt nämlich bei Säuglingen sehr weit vorne im Mund und nicht wie bei Erwachsenen hinten im Rachen. Dieser Reflex schaut zwar manchmal beängstigend aus, wenn die Kleinen anfangen zu husten und würgen, jedoch schützt er effektiv vor wirklichem Verschlucken. Kann das Kind noch nicht sitzen, wird es oft in einer Wippe, Babyschale oder einem Hochstuhl mit Liegeposition gefüttert, was nicht selten dazu führt, dass der Brei am Würgereflex vorbei in den Rachen rutscht und sich das Kind tatsächlich lebensgefährlich verschlucken kann.

Dein Baby kann seinen Kopf alleine halten

Eine Erklärung erübrigt sich hier, denke ich. Denn wenn man das erste Beikostreifezeichen berücksichtigt, muss dieses gezwungenermaßen auch erfüllt sein.

Dein Baby kann Nahrung selbständig greifen und zum Mund führen

Nur wenn es einem Kind möglich ist, selbst zu essen, ist es Beikostreif. Brei gab es Jahrtausende lang nicht. Es gab zwar immer wieder Völker, die Nahrung vorkauten und den so entstandenen Brei dem Kind direkt in den Mund gaben, dies war aber meist eher aus der Not heraus als aus Überzeugung. Nur wenn ein Kind Essen selbst zu sich nehmen kann, kann es auch ohne stillen überleben.

Der Zungenstoßreflex, der Nahrung wieder aus dem Mund schiebt, ist vollständig verschwunden

Der so genannte Zungenstoßreflex ist ein Schutzreflex, der Säuglinge vor Fremdkörpern und eben auch Nahrung, die sein Körper noch nicht vertragen würde, schützt. Beim stillen und auch bei der Flasche wird dieser Schutzreflex durch den Saugreflex, der durch die Berührung der Brustwarze am Gaumen ausgelöst wird, auf natürliche Art ausgeschaltet. Oft wird dieser Umstand von Eltern ausgenutzt um den Brei in das nicht beikostreife Kind zu bekommen. Indem das Kind dazu gebracht wird so weit den Mund aufzumachen, (z.B. wenn es beim sich wehren zum Schreien den Mund öffnet) dass der Löffel am Zungenstoßreflex vorbei, tief in den Mund geschoben werden kann. Wodurch dem Kind nichts anderes mehr übrig bleibt als zu schlucken. Dies ist gleich in mehrerer Hinsicht alles andere als empfehlenswert. Abgesehen davon, dass ich von Machenschaften, die das Kind und dessen Willen in irgendeiner Weise brechen, absolut nichts halte, wird dem Essen im Mund durch das einspeicheln ein Enzym zugefügt, das bei der Verdauung hilft. Das Essen wird dadurch schon im Mund zum Teil vorverdaut, bevor es im Magen landet. Diesen Schritt auszulassen überfordert den Magen-Darm-Trakt. Zumal die Wahrscheinlichkeit, dass die für feste Nahrung erforderliche Darmreife schon gegeben ist, solange der Zungenstoßreflex noch vorhanden ist, sehr gering ist. Denn sonst hätte der Körper ja keinen Grund mehr, sich mit dem Reflex zu schützen.

Dein Baby zeigt echtes Interesse am Essen (nicht nur am Löffel,…)

Wenn ein Baby beikostreif ist, zeigt es in der Regel auch reges Interesse am Essen der anderen Familienmitglieder. Wenn man das Kind nun lässt, wird es sich schnell etwas von Mamas Teller klauen, es in den Mund stecken und darauf herum kauen. Dies ist wohl das untrüglichste Reifezeichen von allen. Dennoch wird es leider oft mit allgemeiner Neugierde des Kindes verwechselt. Hinterhersehen, schmatzen, Fäuste in den Mund stecken,… sind keine Beikostreifezeichen. Solange ein Kind sich mit Spielsachen oder einem leeren Löffel ablenken lässt, hat es kein Interesse an fester Nahrung.

Dein Baby macht Kaubewegungen

Echte Kaubewegungen versetzen dein Kind in die Lage, festes Essen zu sich zu nehmen. Solange es nur schmatzt oder lutscht, ist dieses Reifezeichen nicht erfüllt.

 

Das wichtigste aller Beikostreifezeichen sieht man allerdings gar nicht – die Darmreife. Der Darm ist erst mit etwa 6 Monaten so weit ausgereift, dass er feste Kost verträgt, ohne dass mit bleibenden Schäden gerechnet werden muss. Daher sollte auf jeden Fall, wie von allen Stillorganisationen und der WHO empfohlen, unbedingt 6 Monate (180) ausschließlich gestillt werden. Erst danach kann unter Berücksichtigung der Beikostreifezeichen mit der Beikost gestartet werden.

So könnt ihr euer Baby vor vielen möglichen Schäden schützen.

Zu frühe Beikosteinführung kann nicht nur Allergien und Unverträglichkeiten fördern, sondern kann auch zu irreparablen Schäden des Magen- Darm- Trakts führen.  Sie steht auch im Verdacht zu  chronischen Erkrankungen wie z.B.: Morbus-Chron beizutragen.

Würde ein Kind immer so weiter wachsen, wie am Anfang, hätten wir bald einen Elefanten statt einen Säugling zu Hause.

Viele denken, wenn das Kind plötzlich weniger schläft oder langsamer zunimmt, dass ihm die Muttermilch nicht mehr ausreicht und fangen deshalb mit Beikost an. Dies sind jedoch auf keinen Fall Anzeichen für Beikostreife, sondern ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Am Anfang schläft ein Baby recht viel und nimmt sehr schnell zu. Nach etwa 3-4 Monaten ändert sich das und das Baby benötigt nun weniger Schlaf. Auch die Zunahme und das Wachstum verlangsamen sich sichtlich. Was auch gut so ist, denn würde ein Kind immer so weiter wachsen, wie am Anfang, hätten wir bald einen Elefanten statt einen Säugling zu Hause.

Euer Kind wird noch sein ganzes Leben lang feste Nahrung zu sich nehmen und schneller groß sein, als ihr denkt. Lasst ihm dabei bitte die Zeit, die es braucht.

 

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