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wunde Brustwarzen

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Schmerzen beim Stillen und wunde, blutige Brustwarzen: die meisten Mütter leiden in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt daran. Es wird als normal angesehen, etwas wodurch Mütter einfach durch müssen. Nicht wenige stillen daher schon in den ersten Wochen ab, weil sie den Schmerz nicht mehr ertragen können.

Ein gewisser Ansaugschmerz kann dabei in den ersten Tagen durchaus normal sein, aber wunde, blutige und schmerzende Brustwarzen sind es definitiv nicht. Schmerzen beim Stillen, sind immer ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt und da mal drauf gesehen werden muss. Manchmal liegt es an Dingen wie Soor – eine Pilzinfektion die gar nicht so selten vorkommt, Vasospasmen – die durch eine verminderte Durchblutung der Brustwarze entstehen und zu stechenden Schmerzen die tief in die Brust ziehen führen, einem zu kurzem Zungenbändchen oder anderen anatomischen Anomalien beim Säugling oder einer Saugverwirrung nach Flaschen- oder Schnullergabe.

Im Handel gibt es diverse Mittelchen wie Salben, Kompressen oder Stillhütchen, mit denen dann versucht den Schmerz zu verringern und die Wundheilung zu unterstützen. Leider bringt das nur kurzfristig einen kleinen Erfolg, weil dadurch einfach die Ursache nicht bekämpft wird.

Dennoch können, ergänzend zu einer professionellen Stillberatung, einige dieser Hilfsmittel durchaus unterstützend wirken. Daher habe ich dir hier eine Liste von hilfreichen Mitteln und Maßnahmen gegen wunde Brustwarzen zusammengestellt.

Die vorgestellten Marken sind natürlich alle WHO Kodex konform.

In den allermeisten Fällen (ca. 80%) ist die Ursache von blutigen und schmerzenden Brustwarzen schlicht eine nicht optimale Anlegetechnik.

Ein kleiner, nicht unbedingt auffälliger Fehler beim Anlegen kann schon reichen um dir das Stillen so richtig schmerzhaft zu machen,. Meist treten aber gleich mehrere Fehler gleichzeitig auf.

Daher ist es bei wunden und schmerzenden Brustwarzen wichtig unbedingt eine ausgebildete Stillberaterin vor Ort oder online zu kontaktieren. Sie kann die Anlegetechnik überprüfen, schauen ob es anatomische Gründe für die Schmerzen geben könnte und sehen ob noch weitere therapeutische Maßnahmen wie Medikamente nötig sein könnten.

Zur Behandlung von wunden Brustwarzen gibt es mindestens genauso viele gut gemeinte Tipps und Ratschläge wie zum Stillen selbst. Meist ist dabei gut gemeint leider alles andere als gut. Oft werden diverse Cremes empfohlen, die durch das unbedingt erforderliche Abwaschen vor dem Stillen noch mehr zu rissigen und ausgetrockneten Brustwarzen beitragen, statt dagegen zu helfen. Ich hab auch schon von so abenteuerlichen Tipps wie Speisestärke auf den Brustwarzen gelesen, was die Gefahr einer Infektion stark erhöht.

Wunde Brustwarzen sollten wie jede andere Wunde optimal versorgt werden.

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Hierzu muss die Wunde erst mal gereinigt werden um die Vermehrung von Bakterien und anderen Krankheitserregern zu vermeiden.

Dafür solltest du die Brustwarzen nach dem waschen mit warmen Wasser und milder Seife, bei Entzündungszeichen mit einer physiologischen Kochsalzlösung spülen und danach mit einem weichen Handtuch vorsichtig abtupfen.

Kochsalzlösung kannst du entweder fertig in der Apotheke kaufen oder du stellst sie selbst her.

Zum selbst herstellen von Kochsalzlösung (0,9%) löst du einfach 1 gestrichenen Teelöffel Kochsalz in einem halben Liter Wasser auf. Verschlossen im Kühlschrank gelagert kannst du die Kochsalzlösung bis zu 3 Tage benutzen, danach solltest du eine frische Kochsalzlösung zubereiten.

Nach der Reinigung kommen diverse Pflegemaßnahmen in Betracht.

Zum einen sollte hier Wert auf eine so genannte feuchte Wundheilung gelegt werden um das physiologische Milieu aufrecht zu erhalten. Hierbei wird die Bildung von Schorf verhindert, es schmerzt weniger und die Wundheilung wird stark verkürzt.

Nach dem Stillen solltest du immer einen Tropfen Muttermilch auf der Brustwarze verteilen und dort trocken lassen. Die antibakteriellen Stoffe der Muttermilch schützen vor Infektionen.

Eine sehr einfache und sofort anwendbare Maßnahme sind Warmwasser-Kompressen auf die Brustwarzen zu legen. Oft wird auch Schwarztee dafür empfohlen. Dieser hat zwar entzündungshemmende Eigenschaften, hinterlässt aber einen bitteren Geschmack der sich nicht so einfach abwaschen lässt und führt bei Kindern nicht selten zur Verweigerung der Brust.

Hydrogel- Kompressen

Bei stärkeren Problemen haben sich Hydrogel- Kompressen bewährt. Hydrogel- Kompressen wirken schmerzlindernd und kühlend. Sie sind sehr effektiv und Symptome reduzieren sich schon nach kürzester Zeit. Allerdings muss bei der Anwendung jeglicher Kompressen stark auf die Hygiene geachtet werden um die Infektionsgefahr nicht noch zu erhöhen. Außerdem können die Kompressen auf der der Wunde festkleben, was das Abziehen nicht nur extrem schmerzhaft macht, sondern auch die Brustwarze wieder aufreißen lässt.

 

Kompressen mit Aloe Vera blockieren dazu noch viele schädliche Bakterien und Mikroorganismen auf natürliche Weise.

 

Brustwarzensalben

Auch Brustwarensalben funktionieren nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung und sollen angegriffene, wunde Brustwarzen vor dem Austrocknen schützen.

Wenn möglich solltest du nur Cremes verwenden, die vor dem Stillen nicht abgewaschen werden müssen. Die meisten Cremes enthalten Lanolin oder bestehen zu 100% daraus. Viele Mütter fühlen sich mit der schützenden Lanolinschicht wohler, obgleich Studien zeigen, dass Brustwarzensalben nicht besser wirken als Muttermilch auf der Brustwarze trocknen zu lassen.

Brustwarzensalben sollten immer nur zur Behandlung schon vorhandener Probleme, niemals aber zur Vorbeugung derer genutzt werden.

Viele Frauen reagieren allergisch auf Lanolin. In dem Fall kann eine Salbe auf Basis pflanzlicher Öle helfen. Einige davon müssen allerdings vor dem Stillen abgewaschen werden, wodurch der Gebrauch gut abgewogen werden sollte.

Neben der feuchten Wundheilung liegt noch ein besonderes Augenmerk auf der Vermeidung von weiteren Reizen wie Reibung und Druck, vor allem an der Kleidung.

Hierfür gibt es verschiedene Brustwarzenschoner.

Brustringe

Brustringe schützen die Brustwarzen ähnlich wie Zinn- und Silberhütchen, vor dem Abknicken und scheuern an Kleidung und verbessern damit gleichzeitig die Durchblutung ,was wiederum die Wundheilung anregt. Um die Vermehrung von Keimen zu vermeiden müssen sie mehrmals täglich gewechselt werden. Allerdings drücken die Ringe auf das Brustgewebe um die Brustwarzen. Dieser Druck erhöht die Gefahr eines Milchstaus und setzen nicht auf die vorteilhaftere feuchte Wundheilung. Dafür kann aber bei Bedarf zusätzlich eine Brustwarzensalbe angewendet werden.

Wiener Brust-Donuts, die von österreichischen IBCLC Beraterinnen entwickelt wurden, kannst du ganz leicht selbst herstellen.

Hierfür brauchst du einen 6cm breiten Schlauchverband und Einmalstilleinlagen.

Pro Donut nimmst du 3 bis 4 Stilleinlagen, faltest sie einzeln zusammen und schneidest die Mitte heraus, so dass nur ein Ring übrig bleibt. Dann schneidest du dir von dem Schlauchverband ein 20-25cm langes Stück ab,fädelst die ausgeschnittenen Stilleinlagen auf und ziehst von einer Seite den Schlauchverband von innen nach außen über die Stilleinlagen. Danach nochmal auf der anderen Seite den Schlauchverband von innen nach außen um die Stilleinlagen ziehen und das ganze nochmal wiederholen. Hier könnt ihr euch die Originalanleitung bebildert ansehen.

Eine andere Möglichkeit Brustwarzenschoner selbst herzustellen: Wickel eine 6cm breite und ca. 2 Meter einer 6 Meter lagen Mullbinde locker um die zusammengehaltenen Finger deiner Hand. Dann nimmst du die Binde von der Hand, rollst sie zu einem festen Ring und legst den Rest der Binde spiralförmig darüber. Fertig.

Wer sich die Arbeit nicht machen will, kann aber auch problemlos fertige Brustringe aus Schaumstoff kaufen.(mamasafe, elanee)

Brustringe
Brustringe von Mamasafe

Zinnhütchen/ Silberhütchen

Zinnhütchen bestehen zu 99,9% aus Reinzinn, Silberhütchen aus 999er Sterlingsilber. Ein großer Vorteil gegenüber den Brustringen ist, dass sie nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung funktionieren. Silber wirkt zudem antibakteriell und entzündungshemmend. Da die Zinn- und Silberhütchen über der Brustwarze liegen, schützen sie die Brustwarze zudem vor abknicken und scheuern an der Kleidung. Es sind keine Salben oder sonstiges nötig, wodurch zusätzlich reizend wirkendes abwaschen der Brustwarze vor dem Stillen entfällt. Die Reinigung ist genau so einfach wie die Anwendung. Zinn- und Silberhütchen können zwischendrin einfach unter fließendem Wasser eventuell unter Zuhilfenahme von milder Seife abgewaschen werden. Zur Sterilisation werden sie einfach in kochendes Wasser gelegt. Allerdings drücken auch sie auf das Gewebe um die Brustwarze und erhöhen damit die Gefahr für einen Milchstau.

Wolle- Seide Stilleinlagen

Seide wirkt antibakteriell und fördert die Heilung wunder Brustwarzen, die Wolle enthält natürliches Lanolin zur Pflege, wie es auch in Brustwarzecremes verwendet wird. Da beide Materialien nicht saugfähig sind, müssen zum Milch auffangen noch weitere Stilleinlagen verwendet werden.

Heilwolle

Heilwolle hat einen großen Anteil an natürlichen Lanolin, wirkt antibakteriell und lässt Luft an die Brustwarze. Sie eignet sich auch sehr gut zur Pflege eines wunden Babypos. Allerdings sollte es bei beiden Möglichkeiten keine offenen Stellen geben, da die Heilwolle sonst schmerzhaft festkleben und sogar einwachsen kann. Heilwolle sollte mehrmals täglich gewechselt werden.

Sollte es zusätzlich zu einer Infektion der Brustwarze kommen, ist eine medizinische Therapie mit einer antibiotischen Salbe angeraten, eventuell auch in Kombination mit einem oralen Antibiotikum.

Bei Verdacht auf eine Mischinfektion ist eine Therapie mit einem Kombipräparat mit einer antibakteriellen und einer entzündungshemmenden Komponente, sowie einem Antimykotikum zu empfehlen.

Wenn es trotz aller Maßnahmen und professioneller Stillberatung immer wieder zu wunden Brustwarzen kommt, könnte begleitend noch eine Lasertherapie durch eine speziell geschulte Fachkraft in Erwägung gezogen werden.

Oft werden bei wunden Brustwarzen, vor allem in Geburtskliniken, Stillhütchen empfohlen. Da Stillhütchen aber, um die Brustwarzen wirklich zu schonen, perfekt passen müssen, was sie in der Praxis leider oft nicht tun und auch die große Gefahr einer Saugverwirrung besteht, sind die negativen Auswirkung um einiges höher als ein eventueller Nutzen und sollten daher nicht eingesetzt werden. Wenn du dir aber ein weiterstillen ohne Nutzung eines Stillhütchens nicht vorstellen kannst, können sie in Ausnahmefällen vorübergehend eingesetzt werden. Hierbei muss aber unbedingt auf die richtige Größe und richtige Anwendung geachtet werden. Bei längerer Anwendung sollte auch unbedingt das Gewicht des Kindes öfter kontrolliert werden und du solltest zur Aufrechterhaltung der Milchmenge einmal in 24 Stunden zusätzlich (die Milch nicht verfüttern) abpumpen.

All diese Maßnahmen sind wirklich nur bei wunden und blutigen Brustwarzen indiziert. Gesunde Brustwarzen brauchen weder Kompressen, noch Salben oder sonst irgendetwas. Sie haben eine natürliche Fettschicht (Sebum), die die empfindliche Haut schützt. Zu häufiges oder intensives Waschen oder zu langes Tragen von Stilleinlagen kann diese Schutzschicht stören.

Am besten wird die Brust nur mit warmen Wasser und eventuell milder Seife bei der normalen Routine sanft gewaschen. Viel Luft und die pflegenden Lipide der Muttermilch schützen die Brustwarzen zusätzlich, wenn man nach dem Stillen immer ein paar Tropfen auf der Brustwarze trocknen lässt.

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Quellen:

https://www.stillkinder.de/brustwarzenschutz-selber-machen/

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Schnuller ja oder nein?

Nina Abel Braucht mein Kind einen Schnuller

Schnuller – ich hätte ja nicht gedacht, dass ich diesem Thema mal einen ganzen Blogartikel widme. Doch ich stelle immer wieder fest, dass der Schnuller ein Thema ist, bei dem viel Verwirrung bei frisch gebackenen Eltern herrscht und die vielen unterschiedlichen Tipps und Ratschläge die Eltern in aller Regel schon im Krankenhaus und danach von den eigenen Eltern, Freunden, Bekannten, Fremden, auf Social Media Kanälen wie Facebook, dem Kinderarzt und der Hebamme bekommen, helfen meist auch nicht wirklich weiter.

So wie die meisten Stillberater reagiere auch ich in aller Regel eher nicht ganz so positiv darauf, wenn mir mitgeteilt wird, dass ein Kind einen Schnuller bekommt. Und auf die Frage „Warum?“ der besorgten Eltern höre auch ich mich nicht selten das unheilvolle Wort „Saugverwirrung“ sagen. Nicht selten erntet Fachpersonal mit dieser Aussage Unverständnis. Gar nicht so verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es nicht mal eine einheitliche Definition dieses Begriffes gibt. Viele, darunter auch medizinisches Fachpersonal, leugnen die Existenz einer Saugverwirrung sogar gänzlich.

Nicht abstreiten lässt sich allerdings die Tatsache, dass alle Babys ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Saugbedürfnis haben, dass sie aber in aller Regel über die mütterliche Brust stillen können. Neben der Frage warum also ein Baby überhaupt einen Schnuller bekommen soll, stellt sich also vor allem die Frage, was eigentlich das große Problem an Schnullern ist und was zum Henker diese Saugverwirrung sein soll.

Probleme bei der Nutzung von Schnullern

Veränderte Saugtechnik

Das am häufigsten auftretende Problem bei der Nutzung von Schnullern ist wohl eine veränderte Saugtechnik beim Säugling und neben Brust anschreien ist es auch das am häufigsten gemeinte Symptom wenn von einer Saugverwirrung die Rede ist.

An einem Schnuller zu saugen benötigt eine völlig andere und einfachere Saugtechnik, als an der Brust zu saugen, weshalb sich viele Kinder natürlich für die leichtere Variante „entscheiden“. Das merkst du relativ schnell daran, dass das Stillen plötzlich verdammt schmerzhaft wird.

Sichtbar wird dieses Problem daran, dass deine Brustwarze nach dem Stillen nicht rund ist, sondern auf einer Seite abgeflacht, wie ein Lippenstift. (Die Lippenstiftform kommt allerdings auch bei Kindern mit zu kurzem Zungenbändchen und bei einer falschen Anlegetechnik vor)

verminderte Milchproduktion

Babys werden mit dem so genannten Saugreflex geboren. Dieser sorgt dafür, dass ein Neugeborenes, wenn man ihm die Gelegenheit dazu gibt, schon kurz nach der Geburt selbstständig die Brust sucht und zu stillen beginnt.

Durch das Saugen wird bei der Mutter das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, dieses Hormon ist für die Milchbildung zuständig. Damit die gebildete Milch gut aus der Brust raus fliesen kann wird dazu Oxytocin gebildet, dieses Hormon löst den Milchspendereflex aus.

Je mehr das Baby saugt, auch wenn es nur nuckelt ohne zu trinken, desto mehr Hormone werden ausgeschüttet und desto reibungsloser verläuft die Milchproduktion und das Stillen. Allerdings gilt das natürlich nur, wenn das Kind auch tatsächlich an der Brust saugen kann. Mit jedem Nuckeln am Schnuller werden bei der Mutter weniger Hormone freigesetzt, was gerade am Anfang, wenn sich die Produktion erst ans Kind anpassen muss zu Problemen führen kann.

Das empfindliche Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage wird durch den Schnuller empfindlich gestört, das Kind stillt seltener und die Milchproduktion geht zurück.

Schlechtes gedeihen / weniger Hungergefühl

Eigentlich gehen alle Probleme die in Verbindung mit dem Schnuller auftreten können Hand in Hand und überschneiden sich.

So kann es z. B. vorkommen, dass eine veränderte Saugtechnik auch dafür sorgt, dass das Kind nicht mehr effektiv genug die Brust entleeren kann. Dies führt nicht nur bei der Mutter zu schmerzhaften Milchstau, sondern kann beim Kind auch zu einer Unterversorgung führen.

Die meisten werden sich jetzt denken, dass sie das ja wohl merken würden, wenn ihr Kind nicht genug bekäme, es hätte ja dann schließlich ständig Hunger. Und genau da liegt das nächste Problem. Bei Kindern die weinen und schreien wenn sie hunger haben, muss man sich in der Regel keine Sorgen machen, sie bekommen meist was sie brauchen sobald sie an der Brust sind. Ganz anders sieht die Sache bei den sehr ruhigen Kindern aus. (Was nicht heißen soll, dass jedes ruhige Kind zu wenig Muttermilch bekommt, es gibt durchaus von Grund auf entspannte Säuglinge die scheinbar nie weinen.) Denn das Saugen am Schnuller verursacht bei den Kindern ein Sättigungsgefühl ohne Kalorien aufzunehmen.

Hinzu kommt, dass im Magen- Darm- Trakt des Babys beim Saugen das Peptidhormon Cholecystokinin ausgeschüttet wird, welches beim Säugling ein Sättigungsgefühl auslöst, völlig egal ob es an der Brust saugt und tatsächlich Milch bekommt oder ob es nur am Schnuller saugt. Dadurch werden automatisch Mahlzeiten ausgelassen und das Kind nimmt weniger Kalorien und Nährstoffe zu sich.

Kommunikationsprobleme

Kinder die einen Schnuller bekommen, fangen oft später zu sprechen an und haben auch länger Probleme mit der korrekten Aussprache, das ist nicht verwunderlich, denn durch den Schnuller im Mund haben sie schlicht weniger zeit die Muskeln, Bewegungen und Laute zu trainieren, die fürs Sprechen erforderlich sind. Dies kann sich sogar noch bis ins Schulalter hinein bemerkbar machen.

Gleichzeitig ist es für die Eltern schwerer die Mimik und Töne ihres Kindes zu deuten, wenn sie von einem Schnuller gedämpft werden. Viele Kinder minimieren daraufhin immer mehr die Kommunikation mit den Eltern, sie geben auf, andere Kinder fangen an sich bei jeder Kleinigkeit mit markerschütterndem Schreien bemerkbar zu machen.

Entwicklungsverzögerung

Studien belegen einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Schnullern und einem (vorrübergehend) niedrigerem IQ. Das bedeutet, dass die mentale Entwicklung bei Kindern die mit einem Schnuller ruhig gestellt werden (das heißt, dass der Schnuller übermäßig und andauernd genutzt wird), statt ihre Bedürfnisse befriedigt zu bekommen, verzögert sein kann.

Trotzdem Schnuller geben

Wann nicht?

Trotz der vielen negativen Aspekte kann ein Schnuller durchaus erfolgreich in der Stillzeit eingesetzt werden, wenn ein paar wichtige Aspekte berücksichtigt werden.

Ein Schnuller sollte auf jeden Fall niemals die Antwort auf Stillprobleme oder schmerzende und wunde Brustwarzen sein. In solchen Fällen sollte immer eine professionelle Stillberatung erfolgen. Meist hilft schon eine Optimierung der Anlegetechik um wunde und schmerzende Brustwarzen los zu werden.

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Schnuller wie einsetzen

Grundsätzlich sollte ein Schnuller so selten wie möglich eingesetzt werden. Das heißt, erst wenn du Gründe wie Hunger oder Schmerzen ausschließen konntest und andere Beruhigungsmethoden nicht geholfen haben oder momentan nicht möglich sind z. B. im Auto mitten auf der Autobahn.
Auch ist es zu empfehlen den Schnuller so kurz wie möglich einzusetzen, optimal wäre es dazu noch ihn nur mit Körperkontakt zu nutzen, was bei den natürlichen Alternativen an der Brust oder dem Finger nuckeln lassen, automatisch der Fall wäre. Wenn das Baby eingeschlafen ist sollte der Schnuller entfernt werden.

Hilfreich ist es, darüber nachzudenken ob die momentane Situation eine ist, in der auch gestillt werden könnte, was z. B. beim krabbeln und spielen eher nicht der Fall ist.
Säuglinge brauchen viel Nahrung und müssen oft stillen. Daher sollte ein Schnuller nur dann eingesetzt werden, wenn sicher gestellt ist, dass das Kind dennoch ausreichend stillt.

Wenn dein Baby trotz Schnuller 8 bis 12 mal in 24 Stunden stillt, auch ohne Schnuller ausgeglichen ist, fit und agil ist, 4 bis 6 nasse Windeln am Tag hat und genug zunimmt, spricht in sorgfältig abgewogenen Situationen nichts gegen einen Schnuller.

Welcher Schnuller

Solltet ihr euch nun für die Schnullergabe entschieden haben, stellt sich noch die Frage, welche Art von Schnuller es denn sein soll. Dass jeder Hersteller von seinem ganz besonderen Model überzeugt ist, ist klar. Die Werbeversprechen sind daher bei der Auswahl nicht gerade eine große Hilfe.

Hier ein paar Punkte auf die ihr beim Schnullerkauf achten solltet:

Der Schnuller sollte möglichst weich und flexibel sein.

Eine flache, symmetrische Form mit geraden Lippenschild ist besser als ein Schnuller mit so genannter kiefergerechten Form oder einem Schnuller in Kirschform.

Es sollte während der kompletten Nutzungsdauer die kleinste erhältliche Größe genutzt werden. Die Brustwarze wächst schließlich auch nicht mit, sondern bleibt über die komplette Stillzeit gleich groß.

Der Schnuller sollte so leicht wie möglich sein und nicht an einer Schnullerkette hängen, da diese einen Zug auf den Kiefer ausübt.

Fazit

Auf jeden Fall sollte die Entscheidung für einen Schnuller mit sehr viel Bedacht gefällt werden. Bedenken sollte man dabei immer, dass es trotz jeder Vorsicht und auch bei Einhaltung aller beschriebenen Punkte dennoch immer zu einer Saugverwirrung und damit einhergehenden Problemen kommen kann.

Auch wenn es natürlich viele Kinder gibt, die völlig problemlos einen Schnuller nutzen, gibt es auch mindestens genauso viele, bei denen die Schnullergabe zu einem ungewollten, verfrühten Abstillen führt.

Möchtest du deinem Kind die Möglichkeit geben, seinem natürlichen Bedürfnis zu folgen und es natürlich stillen und abstillen lassen, solltest du auf den Schnuller verzichten.

In jedem Fall solltest du immer daran denken, dass nicht die Brust der Schnullerersatz ist, sondern die Brust die Norm und der Schnuller der Brustersatz und somit auch Ersatz für jegliche Art von körperlicher und seelischer Nahrung die dein Baby braucht.

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“ In der Stillzeit kannst du essen so viel du willst“ oder “ Beim Stillen nimmt man automatisch ab“. Wer von uns Müttern hat diese oder ähnliche Sätze in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt noch nicht gehört? Bei vielen Frauen ist das tatsächlich so. Oft bewegt sich der Zeiger der Waage aber nur sehr langsam oder gar nicht nach unten oder sogar nach oben.

37% aller Frauen in Deutschland sind Übergewichtig

Etwa 37% aller Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Übergewichtige haben ein stark erhöhtes Risiko  an folgenden Krankheiten zu erkranken:

  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Gallenblasenerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Atembeschwerden
  • Schlafapnoe
  • koronare Herzkrankheiten
  • Arthrose
  • Gicht
  • bestimmte Krebserkrankungen (Gebärmutter-, Brust- und Gebärmutterhalskarzinom)
  • Sexualhormonstörungen
  • Rückenschmerzen
  • Thrombose
  • Embolie
  • erhöhtes Risiko bei Operationen und Narkosen

Um diese Risiken zu senken, sollte eine gesunde und ausgewogene Ernährung selbstverständlich sein und das Vorschwangerschaftsgewicht in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach der Geburt wiedererlangt werden.

Unser Körper legt in der Schwangerschaft natürliche Fettreserven für die Stillzeit an. Da wir aber heutzutage immer und überall zu Essen bekommen was wir wollen, sind diese Reserven nicht mehr notwendig und werden nicht selten eher zur Last, als dass sie eine Hilfe wären.  So gibt es neben den Frauen, die in der Stillzeit aufpassen müssen, nicht zu dünn zu werden, auch viele Frauen, die mit den restlichen Schwangerschaftspfunden zu kämpfen haben.

Natürlich ist es weder nötig, noch empfehlenswert gleich nach der Geburt eine Diät zu starten. Mit einer ausgewogenen Ernährung und moderater Rückbildungsgymnastik werden die Pfunde in den meisten Fällen ganz von selbst verschwinden. Jedoch gibt es aber auch viele Mütter, die sich sehr unwohl fühlen und ein paar Pfunde geziehlt loswerden wollen.

Genau diese Frauen bekommen dann allerdings von allen Seiten zu hören, dass man in der Stillzeit auf gar keinen Fall abnehmen darf. ( schon gar nicht unter Vorschwangerschaftsgewicht).

Allerlei Horrorgeschichten von der nicht mehr reichenden Milch bis zu aus dem Fettgewebe gelösten Schadstoffen die alle in der Muttermilch landen werden ihnen aufgetischt.

Eine Diät hat weder Einfluss auf die Milchmenge, noch auf die Qualität der Milch

Immer wieder führen diese Aussagen dazu, dass Mütter die sich mit ihrem Gewicht sehr unwohl fühlen, vorzeitig abstillen.

Das ist sehr schade, nicht zuletzt weil die Stillzeit sich mit ihrem erhöhten Kalorienbedarf von etwa 500 kcal (während des Vollstillens) sehr gut für eine Ernährungsumstellung und eine gezielte Abnahme eignet.

Ein Rückgang der Milch oder eine schlechtere Qualität ist auch bei einer längerfristigen Diät nicht zu befürchten, wenn ein paar Dinge beachtet werden:

  • während des Wochenbetts sollten Kalorien völlig egal sein, die Stillbeziehung muss sich erst einspielen und die Mama soll sich erholen
  • das Kind wird nach Bedarf gestillt
  • es werden keine einseitigen Diäten gemacht, sondern ein Kaloriendefizit durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung hergestellt

Um die Qualität aufrecht zu erhalten würde im Falle eines starken Nährstoffmangels, erstmal die Milchproduktion stark zurück gehen. Dies wird im Normalfall aber kaum passieren. Erst nach jahrelangem Nährstoffmangel wie er z.B. in Dritte Welt Ländern oder bei bestimmten Essstörungen vorkommt, wäre dies relevant.

Eine gezielte Gewichtsabnahme nach der Schwangerschaft durch eine Diät gilt zudem als sehr schädlich, weil dann angeblich Schadstoffe aus den Fettzellen freigesetzt werden. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht. Ohnehin wird die Schadstoffdiskussion über die Muttermilch leider sehr überbewertet, während die Risiken des Nicht Stillens bzw. frühzeitigen Abstillens unterbewertet werden.

Ich will nicht behaupten, dass keinerlei Schadstoffe in der Muttermilch währen, jedoch leben wir in einer Welt, in der unsere komplette Umweld mit Schadstoffen belastet ist und somit auch alle Nahrungsmittel inkl. Muttermilch, jedoch auch inklusive industriell hergesteller Säuglingsmilch. Darüber hinaus kann aber die Säuglingsmilch auch noch weitere Schad- und Fremdstoffe, Bakterien sowie gefährliche Über- und Unterdosierungen von bestimmten Inhaltsstoffen enthalten.

Es gibt keine nachgewiesene Schädigung des Kindes durch Schadstoffe in der Muttermilch, allerdings gibt es eine ganze Reihe nachgewiesener Risiken des Nichtstillens. Gabi Eugster sagt dazu in „Laktation und Stillen“: „Studien haben ergeben, dass sich gestillte Baby selbst in einer stark schadstoffbelasteten Gegend besser entwickeln, als Flaschenkinder. Stillen stärkt das Immunsystem und es wird heute angenommen, dass gestillte Kinder besser mit der Schadstoffbelastung fertig werden, dass Muttermilch die Babys gegen die Umweltgifte schützt.“

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WHO Empfehlung gilt auch bei starker Schadstoffbelastung

WHO und Unicef empfehlen ausdrücklich für alle Kinder ausschließliches Stillen für Säuglinge während der ersten sechs Lebensmonate aus ernährungsphysiologischen, immunologischen, psychologischen und ökonomischen Gründen, sowie unter geeigneter Beikost weiter zu stillen bis zum Alter von mindestens 2 Jahren und darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wollen. Die WHO schreibt dazu ausdrücklich, dass diese Empfehlungen für alle Kinder und nicht nur für Kinder in Dritte Welt Ländern gelten.

Diese Empfehlung ist auch in Anbetracht der untersuchten Schadstoffmengen in den westlichen Ländern uneingeschränkt gültig. Selbst in den Entwicklungsländern, in denen die aufgenommene Menge von DDT, (Dichlordiphenyltrichlorethan ist ein Insektizid, das seit Anfang der 1940er-Jahre als Kontakt- und Fraßgift eingesetzt wird. Wegen seiner guten Wirksamkeit gegen Insekten, der geringen Toxizität für Säugetiere und des einfachen Herstellungsverfahrens war es jahrzehntelang das weltweit meistverwendete Insektizid. Allerdings reicherte es sich wegen seiner chemischen Stabilität und guten Fettlöslichkeit im Gewebe von Menschen und Tieren am Ende der Nahrungskette an) durch gestillte Babys um ein vielfaches über dem ADI ( erlaubte Tagesdosis, englisch: acceptable daily intake) liegt, wird Stillen von der WHO weiterhin empfohlen. Es wurden auch in diesen Ländern bis heute keine Erkrankungen festgestellt, die alleine auf die erhöhte Aufnahme während der Stillperiode zurück geführt werden können.

Die Brust ist kein Entgiftungsorgan

Schlussendlich lässt sich noch festhalten: Natürlich baut unser Körper Schadstoffe ab und so gelangen mit Sicherheit bei einer Diät auch gewisse Mengen an Schadstoffen aus den Fettreserven ins Blut. Diese erhöhen jedoch nicht die Schadstoffbelastung der Muttermilch, denn sie werden über die Verdauungs- und Entgiftungsorgane ausgeschieden, die überaus gut funtionieren.

Die Brust ist allerdings weder ein Verdauungs- noch ein Entgiftungsorgan und wird auch nicht in der Stillzeit plötzlich zu einem.

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Die Beikostreifezeichen – Wann ist dein Kind bereit für Beikost?

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Immer öfter tauchen in Müttergruppen auf Facebook Bilder zum Thema Beikostreifezeichen auf und immer wieder sieht man dabei, dass die meisten Mütter davon noch nie etwas gehört haben.

Aufgewachsen sind die heutigen Mamas in einer Zeit, in der Gläschenbrei neben Formulamilch als eine der größten Errungenschaften der modernen Zeit galt. Die Säuglingsnahrungshersteller verbreiteten (und tun es immer noch) ihre Werbestrategien auf so aggressive Weise, dass die Werbung bald als Fakten und die Hersteller als absolute Fachkompetenz gesehen wurden und in vielen Fällen auch weiterhin werden.

Dass Kinderärzte in ihrem Studium kaum etwas zu den Themen Säuglings- und Kleinkindernährung lernen und sich daher selbst fortbilden müssen, ist erst mal kein Problem. Wären da nicht die hohen Kosten der Fortbildungen, die die Ärzte und auch Hebammen selber tragen müssen und wären da nicht wieder die Säuglingsnahrungshersteller, die diesen Umstand schamlos ausnutzen.

Von Säuglingsnahrungsherstellern bezahlte Fortbildungen versprechen kostenloses Fachwissen. Dass hier aber Fakten verdreht, Studien (absichtlich) falsch gelesen und interpretiert werden und auch sonst nur die Dinge weitergegeben werden, die vor allem dem Geldbeutel der Anbieter helfen, ist hierbei leider nur den wenigsten wirklich bewusst. Weiter verlassen sich viele Eltern blind auf das Wohlwollen der Herstellerfirmen und dem Staat. So lese ich nicht selten, dass Zucker im Brei, Folgenahrung, Kindermilch und Co und eben auch die allgegenwärtige Empfehlung der Beikosteinführung nach dem 4. Monat mit seinem längst veralteten B(r)eikostfahrplan, bei dem so schnell wie möglich alle Milchmahlzeiten ersetzt werden, doch gar nicht so falsch sein kann – sonst wäre es  längst verboten…

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir reicht es nicht, dass meine Kinder einfach nur überleben.

Schnell kommen dann Sätze wie: „Hat uns ja auch nicht geschadet“ oder „Meine Kinder leben noch“. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir reicht es nicht, dass meine Kinder einfach nur überleben.

Ach ja, die Nahrungsmittelindustrie. Die gleiche übrigens, die neben Säuglingsnahrung auch so schmackhafte Dinge wie Kinderwurst mit Clownsgesicht, Erdbeerkäse, Schokolade, Müsli und Joghurt mit kiloweise Zucker, Alkohol und 1000 andere Dinge, die der Gesundheit nicht gerade zuträglich sind, herstellt.

Immer wieder kommt es zu Lebensmittelskandalen, auch bei Säuglingsnahrung sehen die Ergebnisse alles andere als rosig aus, wie ein Ökotest zeigt.

Und genau diesen Herstellern und den von ihnen geschulten Ärzten sollte man trauen, wenn es um die Gesundheit des eigenen Kindes geht? Wohl eher nicht. Aber wen soll ich denn sonst fragen? Wem kann ich dann vertrauen? Das fragt ihr euch jetzt?

Eigentlich sind diese Fragen gar nicht so schwer zu beantworten. Es gibt jede Menge freie, nicht gesponserte Studien, Fortbildungen die selbst getragen werden müssen sowie Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation, die alle das gleiche Empfehlen und zwar ganz klar etwas anderes als die Breihersteller.

Diese Empfehlungen haben nichts mit Hygiene, Ernährung und Krankheiten zu tun, sondern mit der natürlichen und biologischen Entwicklung eines jeden Menschen.

Des weiteren gibt es durchaus Fachpersonal, dass extra in diesen Themen ausgebildet wurde. Das sind zertifizierte Stillberater (AFS, LLL, DAIS oder IBCLC) und Fachberater für Säuglings- und Kleinkindernährung. Und mal ehrlich: Wir lassen uns doch auch nicht von unserem (auf seinem Gebiet durchaus kompetenten) Metzger die Haare schneiden.

Die allgemeinen Empfehlungen der oben genannten Institutionen beziehen sich alle auf die Empfehlung der WHO. Die sich, anders als oft angenommen, sehr wohl auf die ganze Welt bezieht und nicht nur auf Dritte Welt Länder und andere Krisengebiete. Denn die Empfehlungen haben nichts mit Hygiene, Ernährung und Krankheiten zu tun, sondern mit der natürlichen und biologischen Entwicklung eines jeden Menschen.

Diese Empfehlung lautet wie folgt:

6 Monate ausschließliches Stillen danach, (unter Berücksichtigung der Beikostreife), Einführung geeigneter Beikost und dabei weiterstillen bis zum Alter von 2 Jahren und darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wollen.

Die zu berücksichtigenden Beikostreifezeichen sind:

Dein Baby kann ggf. mit leichter Unterstützung im unteren Rücken aufrecht sitzen

Eltern haben oft wahnsinnige Angst davor, dass ihr Baby sich verschlucken könnte, weshalb sie sich auch lange nicht an feste Kost heran trauen. Wenn man aber die Reifezeichen beachtet, besteht im Normalfall gar kein Grund mehr zu Sorge. Der Würgereflex sitzt nämlich bei Säuglingen sehr weit vorne im Mund und nicht wie bei Erwachsenen hinten im Rachen. Dieser Reflex schaut zwar manchmal beängstigend aus, wenn die Kleinen anfangen zu husten und würgen, jedoch schützt er effektiv vor wirklichem Verschlucken. Kann das Kind noch nicht sitzen, wird es oft in einer Wippe, Babyschale oder einem Hochstuhl mit Liegeposition gefüttert, was nicht selten dazu führt, dass der Brei am Würgereflex vorbei in den Rachen rutscht und sich das Kind tatsächlich lebensgefährlich verschlucken kann.

Dein Baby kann seinen Kopf alleine halten

Eine Erklärung erübrigt sich hier, denke ich. Denn wenn man das erste Beikostreifezeichen berücksichtigt, muss dieses gezwungenermaßen auch erfüllt sein.

Dein Baby kann Nahrung selbständig greifen und zum Mund führen

Nur wenn es einem Kind möglich ist, selbst zu essen, ist es Beikostreif. Brei gab es Jahrtausende lang nicht. Es gab zwar immer wieder Völker, die Nahrung vorkauten und den so entstandenen Brei dem Kind direkt in den Mund gaben, dies war aber meist eher aus der Not heraus als aus Überzeugung. Nur wenn ein Kind Essen selbst zu sich nehmen kann, kann es auch ohne stillen überleben.

Der Zungenstoßreflex, der Nahrung wieder aus dem Mund schiebt, ist vollständig verschwunden

Der so genannte Zungenstoßreflex ist ein Schutzreflex, der Säuglinge vor Fremdkörpern und eben auch Nahrung, die sein Körper noch nicht vertragen würde, schützt. Beim stillen und auch bei der Flasche wird dieser Schutzreflex durch den Saugreflex, der durch die Berührung der Brustwarze am Gaumen ausgelöst wird, auf natürliche Art ausgeschaltet. Oft wird dieser Umstand von Eltern ausgenutzt um den Brei in das nicht beikostreife Kind zu bekommen. Indem das Kind dazu gebracht wird so weit den Mund aufzumachen, (z.B. wenn es beim sich wehren zum Schreien den Mund öffnet) dass der Löffel am Zungenstoßreflex vorbei, tief in den Mund geschoben werden kann. Wodurch dem Kind nichts anderes mehr übrig bleibt als zu schlucken. Dies ist gleich in mehrerer Hinsicht alles andere als empfehlenswert. Abgesehen davon, dass ich von Machenschaften, die das Kind und dessen Willen in irgendeiner Weise brechen, absolut nichts halte, wird dem Essen im Mund durch das einspeicheln ein Enzym zugefügt, das bei der Verdauung hilft. Das Essen wird dadurch schon im Mund zum Teil vorverdaut, bevor es im Magen landet. Diesen Schritt auszulassen überfordert den Magen-Darm-Trakt. Zumal die Wahrscheinlichkeit, dass die für feste Nahrung erforderliche Darmreife schon gegeben ist, solange der Zungenstoßreflex noch vorhanden ist, sehr gering ist. Denn sonst hätte der Körper ja keinen Grund mehr, sich mit dem Reflex zu schützen.

Dein Baby zeigt echtes Interesse am Essen (nicht nur am Löffel,…)

Wenn ein Baby beikostreif ist, zeigt es in der Regel auch reges Interesse am Essen der anderen Familienmitglieder. Wenn man das Kind nun lässt, wird es sich schnell etwas von Mamas Teller klauen, es in den Mund stecken und darauf herum kauen. Dies ist wohl das untrüglichste Reifezeichen von allen. Dennoch wird es leider oft mit allgemeiner Neugierde des Kindes verwechselt. Hinterhersehen, schmatzen, Fäuste in den Mund stecken,… sind keine Beikostreifezeichen. Solange ein Kind sich mit Spielsachen oder einem leeren Löffel ablenken lässt, hat es kein Interesse an fester Nahrung.

Dein Baby macht Kaubewegungen

Echte Kaubewegungen versetzen dein Kind in die Lage, festes Essen zu sich zu nehmen. Solange es nur schmatzt oder lutscht, ist dieses Reifezeichen nicht erfüllt.

 

Das wichtigste aller Beikostreifezeichen sieht man allerdings gar nicht – die Darmreife. Der Darm ist erst mit etwa 6 Monaten so weit ausgereift, dass er feste Kost verträgt, ohne dass mit bleibenden Schäden gerechnet werden muss. Daher sollte auf jeden Fall, wie von allen Stillorganisationen und der WHO empfohlen, unbedingt 6 Monate (180) ausschließlich gestillt werden. Erst danach kann unter Berücksichtigung der Beikostreifezeichen mit der Beikost gestartet werden.

So könnt ihr euer Baby vor vielen möglichen Schäden schützen.

Zu frühe Beikosteinführung kann nicht nur Allergien und Unverträglichkeiten fördern, sondern kann auch zu irreparablen Schäden des Magen- Darm- Trakts führen.  Sie steht auch im Verdacht zu  chronischen Erkrankungen wie z.B.: Morbus-Chron beizutragen.

Würde ein Kind immer so weiter wachsen, wie am Anfang, hätten wir bald einen Elefanten statt einen Säugling zu Hause.

Viele denken, wenn das Kind plötzlich weniger schläft oder langsamer zunimmt, dass ihm die Muttermilch nicht mehr ausreicht und fangen deshalb mit Beikost an. Dies sind jedoch auf keinen Fall Anzeichen für Beikostreife, sondern ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Am Anfang schläft ein Baby recht viel und nimmt sehr schnell zu. Nach etwa 3-4 Monaten ändert sich das und das Baby benötigt nun weniger Schlaf. Auch die Zunahme und das Wachstum verlangsamen sich sichtlich. Was auch gut so ist, denn würde ein Kind immer so weiter wachsen, wie am Anfang, hätten wir bald einen Elefanten statt einen Säugling zu Hause.

Euer Kind wird noch sein ganzes Leben lang feste Nahrung zu sich nehmen und schneller groß sein, als ihr denkt. Lasst ihm dabei bitte die Zeit, die es braucht.

 

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Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint, es wird Sommer. Endlich!

Und es könnte so schön sein, wären da nicht ständig die Nachbarn, Großeltern oder wahlweise auch Verkäufer die uns nett gemeint gerne immer wieder daran erinnern unserem Kind auch ja genug zum trinken zu geben. Auf Dauer kann das ganz schön verunsichern, schließlich haben wir bei Hitze ja auch mehr Durst und trinken dem entsprechend auch mehr. Warum sollte das bei unseren Babys anders sein? Zumal man ja auch immer wieder hört, wie schnell die Kleinen austrocknen können.

Muttermilch besteht zu 88% aus Wasser

Muttermilch besteht zu 88% aus Wasser, reicht also zum Durst löschen vollkommen aus und liefert dabei noch alle wichtigen Nährstoffe die ein Kind braucht. Vorausgesetzt das Baby wird nach Bedarf gestillt/gefüttert. Auch Flaschenbabys sollten kein zusätzliches Wasser oder Tee bekommen. Und auch Formulamilch darf niemals mit mehr Wasser oder weniger Pulver, als angegeben, zubereitet werden.

Aber zusätzliche Flüssigkeit ist nicht nur nicht nötig, sondern kann auch zu einer lebensgefährlichen Wasservergiftung führen. Auch bekannt als Wasserintoxikation oder Hyperhydration.

Bei einer Wasservergiftung wird das Blut durch die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr verdünnt und somit sinkt der Natriumspiegel im Blut. Bei Muttermilch oder Pulvermilch ist der Natriumgehalt sehr viel höher als in Wasser, daher wird hier der Natriumspiegel wieder ausgeglichen. Normalerweise wird eine Wasservergiftung vom Körper effektiv verhindert, indem zu viel Wasser zügig von den Nieren wieder ausgeschieden und so der Natriumgehalt im Blut reguliert wird. Bei Kindern unter einem Jahr sind die Nieren allerdings noch nicht ausgereift und können das Wasser nicht schnell genug verarbeiten.

Ist nun, aufgrund von vermehrter Flüssigkeit im Blut, der Natriumwert zu niedrig, versucht der Körper dies wieder auszugleichen, indem er Flüssigkeit in den Körperzellen speichert. Die Körperzellen schwellen  dadurch an und die Kinder wirken aufgedunsen.

Auch die Gehirnzellen nehmen dabei Wasser auf. Da das Gehirn aber vom knöchernen Schädel umgeben ist, ist deren Aufnahmekapazität stark beschränkt, da sie sich nicht so weit ausdehnen können. Dadurch besteht die Gefahr, dass es zu einem Hirnödem mit folgenden Symptomen kommt:

Kopfschmerzen

Zittern

Übelkeit und Erbrechen

Benommenheit und Schwindel

Desorientierung und Bewusstlosigkeit

epileptische Anfälle

Jedes Jahr landen, gerade im Sommer,  kleine Kinder mit diesen Symptomen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser.  In den meisten Fällen kann den Kindern mit Elektrolytlösungen zwar schnell geholfen werden, aber auch dieser Stress für das Kind muss nicht sein und nicht jede Wasservergiftung geht gut aus. In extremen und seltenen Fällen kann eine Wasservergiftung zu Hirnschäden oder sogar zum Tod führen.

Selbst bei Magen- Darm- Erkrankungen wie Durchfall oder Erbrechen soll laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation der erhöhte Flüssigkeitsbedarf durch Mutter- oder Pulvermilch (Pre) gedeckt werden.

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Eine Wasservergiftung ist die zweithäufigste Ursache für Krampfanfälle bei Säuglingen

Eine Wasservergiftung ist die zweithäufigste Ursache für Krampfanfälle bei Säuglingen. Die Gefahr für eine Wasservergiftung sinkt mit der Einführung der Beikost, da durch die Lebensmittel kleine Mengen Natrium zugeführt werden. Zum Entdecken kann Wasser daher in geringer Menge (ein kleiner Schluck zum Essen) ab dem Beikoststart angeboten werden. Zusätzliche Flüssigkeit zur Beikost braucht dein Baby erst ab der 3. ersetzten Milchmahlzeit.

Auf Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sollte natürlich dennoch geachtet werden. Bei weniger als 3 vollen Windeln in 24 Stunden, einer eingefallenen Fontanelle, tränenlosem Weinen oder überdurchschnittlicher Müdigkeit, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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